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PTA-Ausbildung in NRW

Suche nach Alternativen

27.05.2014  09:30 Uhr
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Von Anna Hohle / In Nordrhein-Westfalen sind weiter viele PTA-Schulen von der Schließung bedroht. Durch höheres Schulgeld sinkt zudem die Bewerberzahl. Kammern und Verbände suchen nun dringend nach neuen Ausbildungsmodellen.

In Nordrhein-Westfalen steht die Ausbildung pharmazeutisch-technischer Assistenten (PTA) weiter auf der Kippe. In diesem Bundesland sowie im benachbarten Hessen hatten im vergangen Jahr einige PTA-Schulen schließen müssen, da die Landesregierungen ihnen die Zuschüsse gestrichen hatten. Die finanzielle Unterstützung durch die Politik war in den beiden Bundesländern stets freiwillig gewesen, im Rest der Republik ist sie gesetzlich festgeschrieben.

 

Allein in Nordrhein-Westfalen seien durch die Schließungen bereits 450 Ausbildungsplätze weggefallen, heißt es nun in einer gemeinsamen Stellungnahme der Kammern und Verbände in Nordrhein-Westfalen. Weitere Schulen seien von der Schließung bedroht. Da die verbleibenden Einrichtungen ihr Schulgeld teilweise drastisch erhöht hatten, seien außerdem die Bewerberzahlen gesunken. Vor dem Hintergrund der stetig wachsenden Zahl gerade älterer Patienten mit Polymedikation werde qualifiziertes Fachpersonal in Apotheken jedoch dringend gebraucht, warnen Kammern und Verbände.

 

Sie fordern die Landesregierung deshalb auf, die Schulen wenigstens übergangsweise weiter finanziell zu unterstützen. Gleichzeitig überlegen die Apothekerorganisationen fieberhaft, wie man das Finanzproblem langfristig lösen kann. Zwar dürfen durch eine Gesetzesänderung im vergangenen Jahr die Kammern PTA-Schulen nun selbst stärker finanziell unterstützen. Allerdings wäre eine dafür notwendige Erhöhung der Kammerbeiträge vor allem jenen Mitgliedern schwer zu vermitteln, die gar nicht von mehr Azubis profitieren würden, etwa Apotheker in der Industrie oder im Ruhestand.

 

Die Idee, die PTA-Azubis schon während der Ausbildung in Apotheken zu beschäftigen und ihnen so frühzeitig ein Gehalt zu ermöglichen, wäre dagegen für die dann finanziell mehr belasteten niedergelassenen Apotheker schwer zu schlucken. Momentan suche man weiter nach alternativen Ausbildungskonzepten, hieß es bei der Kammer Westfalen-Lippe.

 

Auch die nordrhein-westfälische CDU forderte die Landesregierung in der vergangenen Woche dazu auf, nach Lösungen für die Finanzprobleme der PTA-Schulen zu suchen. Es müssten dringend alternative Ausbildungsmodelle erwogen werden, heißt es in einem entsprechenden Antrag der Partei. /

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