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WHO-Statistik

So gesund ist die Welt

23.05.2017
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Von Annette Mende / Im Großen und Ganzen wird die Menschheit immer gesünder, zeigt das aktuelle statistische Jahrbuch der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Allen Menschen ein gesundes Leben zu ermöglichen, bleibt dennoch ein weit entferntes Ziel. Ein Hindernis auf dem Weg dorthin ist der moderne Lebensstil.

Zuerst die gute Nachricht: Seit dem Jahr 2000 hat die Weltgemeinschaft in vielen Kategorien der Gesundheitsversorgung große Fortschritte erzielt. Hervorzuheben ist hier insbesondere der Kampf gegen HIV und Malaria. 

 

So sank die Zahl der jährlichen HIV-Neuinfek­tionen von circa 3,2 Millionen im Jahr 2000 auf 2,1 Millionen im Jahr 2015 – ein Rückgang um 35 Prozent. Im selben Zeitraum sank die jährliche Malaria- Inzidenz um 41 Prozent auf 212 Millionen Fälle, vor allem, weil immer mehr Menschen in Risikogebieten mit Insektizid-behandelten Moskitonetzen versorgt werden. Auch bei der Mütter- und der Kindersterblichkeit gehen die Fallzahlen zurück.

 

Dem gegenüber steht jedoch ein Anstieg der Todesfälle aufgrund nicht übertragbarer Krankheiten. 2015 betrug die Wahrscheinlichkeit, im Alter von 30 bis 70 Jahren an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, Krebs, Diabetes oder einer chronischen Atemwegserkrankung zu sterben, 19 Prozent. Im Vergleich zur Jahrtausendwende bedeutete das zwar einen Rückgang um 17 Prozent. Die absoluten Zahlen stiegen jedoch aufgrund des Bevölkerungswachstums und der gestiegenen Lebenserwartung. Viele Menschen sterben auch erst jenseits der 70 an einer kardiovaskulären Ursache.

 

Die vier wichtigsten Risikofaktoren für nicht übertragbare Erkrankungen sind Rauchen, ungesunde Ernährung, zu wenig Bewegung und schädlicher Alkoholkonsum – Symptome des ökonomischen Übergangs, zunehmender Urbanisierung und des modernen Lebens­stils, so WHO-Autor Sir Liam Donaldson im Report »Global Health Journey 2007–2017«. Längst ist daher neben der Unterernährung in bestimmten Regionen die Überernährung zum globalen Problem geworden: 2014 war mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung übergewichtig, 11 Prozent der Männer und 15 Prozent der Frauen sogar adipös.

 

Deutsche Zahlen

 

In Deutschland haben laut Robert-Koch-Institut sogar zwei Drittel der Männer (67 Prozent) und die Hälfte der Frauen (53 Prozent) Übergewicht, je etwa ein Viertel (23 beziehungsweise 24 Prozent) Adipositas. Beim Alkohol gehören die Deutschen laut den neuesten WHO-Zahlen weltweit zu den Spitzenverbrauchern. Unter den 194 WHO-Mitgliedsländern kommt die Bundesrepublik mit 11,4 Litern reinem Alkohol pro Kopf und Jahr auf Platz 23. Und auch beim Anteil der Raucher an der Bevölkerung liegt Deutschland über dem Durchschnitt: Knapp ein Drittel der Über-15-Jährigen raucht (30,3 Prozent), weltweit sind es nur 22,7 Prozent. /

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