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Evidenzbasiert beraten

23.05.2017  09:35 Uhr

Avoxa / Welche OTC-Arzneimittel sind belegt wirksam? Welche sind es nicht? Ein neues Angebot der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und der Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker informiert Apotheker über die Datenlage von Arzneimitteln zur Selbstmedikation.

Bei gesundheitlichen Beschwerden beginnen Patienten heute immer häufiger eine Selbstmedikation auf Basis einer Eigendiagnose, statt vorher zum Arzt zu gehen. Das hat verschiedene Gründe. 

 

Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel werden weitgehend nicht mehr von der Gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt. Patienten möchten heute als kritische und informierte Verbraucher selbst mehr Verantwortung für die Behandlung ihrer Erkrankungen übernehmen.

 

Die Apotheke hat bei OTC-Arzneimitteln eine besondere Verantwortung. Das gilt immer dann, wenn der Patient davon ausgeht, auch ohne das Auf­suchen einer Arztpraxis wieder gesund zu werden. Für die meisten Wünsche des Patienten gibt es heute eine große Anzahl an zugelassenen OTC-Arzneimitteln. Aus gutem Grund sieht der Gesetzgeber für die meisten dieser Arzneimittel die Apothekenpflicht vor, denn auch diese Medikamente weisen Risiken und Nebenwirkungen auf und bedürfen der Beratung.

 

Unterstützung für die Praxis

 

Für die Beratung sollten möglichst aussagekräftige wissenschaftliche Erkenntnisse herangezogen werden, also vor allem die Ergebnisse randomisierter kontrollierter Studien, wie es auch bei der Bewertung der von den Kostenträgern erstatteten Therapien geschieht. Der Apotheker ist ohne Frage der beste Experte, Patienten nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft, zu informieren und zu beraten. Der neue Newsletter von ABDA und Avoxa soll die Apotheker und ihre Mitarbeiter hierin unterstützen.

 

Damit setzen ABDA und Avoxa einen Antrag des Deutschen Apothekertags aus dem Jahr 2014 um (siehe dazu auch Interview Seite 28). Damals entschied die Hauptversammlung, den Apotheken geeignetes Material zu einer evidenzbasierten Beratung in der Selbstmedikation zur Verfügung zu stellen. Diese Anforderung ist nun umgesetzt. Gleichzeitig wird eine Vorgabe des Perspektivpapiers »Apotheke 2030« umgesetzt. Dort heißt es: »Die öffentlichen Apotheken versorgen ihre Patienten individuell und grundsätzlich evidenzbasiert. Dabei erkennen sie die Wünsche und Bedürfnisse der Patienten hinsichtlich ihrer Therapie an. Als unabhängige Berater und Arzneimittelexperten sind Apotheker mit ihren Teams Begleiter auf dem Weg zum informierten Patienten.«

 

Zweimal im Monat

 

Für die Umsetzung konnten ABDA und Avoxa die Abteilung Klinische Pharmazie der Universität Leipzig in Kooperation mit dem dortigen Zen­trum für Arzneimittelsicherheit gewinnen. Leiter des Projekts ist Professor Dr. Thilo Bertsche.

 

Der Newsletter wird zweimal im Monat erscheinen. Die Abonnenten erhalten aktuelle Informationen über Arzneistoffe, speziell zur Evidenz aus klinischen Studien. Jeder Newsletter wird einen Schwerpunkt haben. Außerdem erhalten Abonnenten Hilfestellungen für die Recherche im Alltag und für die Interpretation klinischer Stu­dien. Eine wichtige Aufgabe des Newsletters wird es sein, die Grenzen der Selbstmedikation aufzuzeigen, damit das Apothekenpersonal dem Patienten bei Bedarf rechtzeitig zu einem Arzt­besuch raten kann.

 

Das Angebot richtet sich ausschließlich an Apotheken, nicht an Patienten. In dieser Woche erscheint die erste Aus­gabe des Newsletters, die auch einem Großteil der Auflage dieser Pharmazeutischen Zeitung einmalig in gedruckter Form beiliegt. Eine Realisierung der Datenbank ist für Herbst 2017 geplant. /

Kostenlose Testphase

Der Newsletter kann kostenlos und unverbindlich bis zum 30. September 2017 getestet werden. Anmeldung unter www.evinews.de. Ab 1. Oktober 2017 wird der Newsletter inklusive Datenbank kostenpflichtig angeboten.

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