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Malaria

Parasit lockt Mücke zum Menschen

21.05.2013
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dpa / Stechmücken, die mit dem Malaria-Erreger infiziert sind, finden den Duft von Menschen wesentlich attraktiver als nicht infizierte Tiere. Der Parasit Plasmodium falciparum verändere das Geruchssystem seiner Wirtsmücke und sorgt somit für seine Verbreitung.

Für ihr Experiment hatten Forscher um Renate C. Smallegange von der niederländischen Universität Wageningen Weibchen der Mückenart Anopheles gambiae sensu stricto drei Wochen lang aufgezogen. Dann kamen jeweils etwa 20 Mücken in eine von neun würfelförmigen Boxen mit 30 cm Kantenlänge. In diese legten die Forscher Fetzen von getragenen Nylonstrümpfen–mit dem Duft der menschlichen Füße. Dann zählten sie, wie häufig die Mücken zu dem Stoff flogen und zuzustechen versuchten – so, als ob es die Haut eines Menschen wäre und es darunter Blut zu holen gäbe.

Das Ergebnis: Die 79 mit Malaria infizierten Mücken seien auf eine Rate von knapp 0,8 Landungen pro Tier innerhalb von drei Minuten gekommen. Das bedeutet: Im Durchschnitt zog es fast vier Fünftel der infizierten Tierchen einmal innerhalb von drei Minuten zu dem Stoff mit dem Menschengeruch, wie die Forscher im Fachjournal »PLOS ONE« (doi: 10.1371/journal.pone.006 3602) berichten. Dagegen flog von den 97 Mücken, die nicht mit Malaria infiziert waren, nur rund ein Fünftel innerhalb der gleichen Zeit einmal zum duftenden Stoffteil. Es handle sich um den ersten Beweis, dass eine Infektion mit dem Malaria-Erreger die Reaktion auf Geruchsreize verändern kann, schreiben die Wissenschaftler.

 

Die Forscher warnen nun: »Bislang wurden die meisten Studien zum Verhalten der Mücken der Art Anopheles gambiae mit nicht infizierten Tieren durchgeführt. Aber unsere Daten zeigen, dass solche Ergebnisse nicht repräsentativ für infizierte Mücken sein müssen.« Damit fehle den mathematischen Modellen, die die Malaria-Verbreitung berechnen, ein wichtiger Einflussfaktor. /

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