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Männer altern immunologisch schneller als Frauen

21.05.2013
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Von Annette Mende / Das Immunsystem von Männern altert schneller als das von Frauen. Japanische Forscher, die dafür jetzt in »Immunity and Ageing« Belege liefern, sehen darin einen möglichen Grund für die kürzere Lebenserwartung von Männern.

 

Die Wissenschaftler um Professor Dr. Katsuiku Hirokawa von der Universität Tokio stützen ihre These auf die Untersuchung von 356 gesunden Japanern im Alter zwischen 20 und 90 Jahren (doi: 10.1186/ 1742-4933-10-19).

Katsuiku und Kollegen bestimmten im Blut der Probanden die Konzentra­tionen diverser Immunzellen sowie die proliferative Aktivität von T-Zellen. Die Gesamtzahl weißer Blutkörperchen nahm bei beiden Geschlechtern mit steigendem Alter ab. Eine genauere Analyse ergab, dass T- und B-Zellen bei Männern schneller weniger wurden als bei Frauen, ebenso wie die proliferative Aktivität der T-Zellen. Die Konzentrationen an CD4-positiven T-Zellen und natürlichen Killerzellen stiegen mit zunehmendem Alter, und zwar bei Frauen mehr als bei Männern. Die Interleukine (IL) 6 und 10 wurden im Alter weniger; dieser Effekt war bei Männern stärker ausgeprägt. Bei Männern, nicht jedoch bei Frauen, sank darüber hinaus im Laufe des Lebens die Konzentration an roten Blutkörperchen, berichten die Forscher.

 

»Es gibt mehrere Gründe dafür, dass sich die Alterungsprozesse von Frauen und Männern unterscheiden«, sagt Katsuiku in einer begleitenden Pressemitteilung. So würden Geschlechtshormone wie beispielsweise Estrogen das Immunsystem beeinflussen, insbesondere bestimmte Lymphozyten. Die immunologischen Parameter einer Person könnten daher genutzt werden, um das genaue biologische Alter dieses Menschen zu bestimmen. /

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