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Erdnussallergie häufig fehldiagnostiziert

22.05.2007
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Erdnussallergie häufig fehldiagnostiziert

Von Christina Hohmann

 

Viele Kinder leben mit einer falschen Erdnussallergie-Diagnose, weil der Standard-Pricktest zu ungenau ist. Dies berichten Forscher um Brynn Wainstein vom Sydney Children's Hospital.

 

Die Wissenschaftler untersuchten 84 Kinder, die beim Pricktest positiv auf eine Erdnussallergie getestet worden waren. Diese ließen sie im Krankenhaus unter medizinischer Überwachung Erdnüsse essen. 67 Prozent der Kinder waren tatsächlich allergisch, gut ein Drittel nicht, berichten die Forscher im Fachjournal »Pediatric Allergy and Immunology« (Band 18, Seite 231). Ein Grund für die hohe Rate von Fehldiagnosen könnte sein, dass der Pricktest zu ungenau ist, geben die Forscher an.

 

Bei dieser Methode wird ein Allergenextrakt durch einen Nadelstich in die Haut eingebracht. Wenn sich aufgrund einer allergischen Reaktion Quaddeln auf der Haut bilden, die größer als 8 Millimeter im Durchmesser sind, gilt dies als positives Ergebnis. Erst ab einem Durchmesser von 15 Millimetern sei der Pricktest aber zu 100 Prozent akkurat, schreiben die Forscher. Um unnötige Vermeidungsdiäten zu verhindern, sollten Kinder mit positivem Pricktest unter medizinischer Kontrolle einen Provokationstest machen, rät Wainstein.

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