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Apotheken bei Google

Digitale Präsenz lohnt sich

13.05.2015
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Heute schon gegoogelt? Die digitale Realität ist heutzutage ohne den Internetdienst Google kaum noch vorstellbar. Wer im Netz gefunden werden will, muss sich online gut vermarkten. Joss Hertle, Leiter des Healthcare-Bereichs bei Google Deutschland, erläuterte, wie wichtig auch für Apotheken eine gute Web-Präsenz ist.

Kunden informieren sich online zu Selbstmedikation und kaufen dann häufig in der Apotheke vor Ort. Apotheker sollten deshalb die digitalen Möglichkeiten zur Kundengewinnung besser nutzen, sagte Joss Hertle beim DAV-Wirtschaftsforum. Der digitale Wandel sei Realität und nehme kontinuierlich an Geschwindigkeit zu.

 

Gesundheit im Fokus

 

»Die Realität der Apotheke ist digital«, sagte Hertle. »Nutzen Sie die Chancen, weil Sie im Netz gesucht werden«, so sein Kernappell an die Apotheker. Bei Google suchten demnach Verbraucher immer häufiger Informationen zu Gesundheitsthemen: Allein von 2013 bis 2014 seien die Suchanfragen zu diesem Thema hierzulande um 15 Prozent gestiegen, so Hertle. 2013 gab es dazu 5  Milliarden Eingaben. Gerade im Bereich Selbstmedikation biete die digitale Realität den Apothekern die Möglichkeit, den stationären Verkauf durch eine entsprechende Positionierung im Netz entscheidend anzukurbeln.

Nach Angaben des Google-Experten wird das Stichwort »Apotheke« sehr oft gesucht. Durch Anzeigen oder durch optimierten Online-Inhalt der Apotheken-Homepage könnten Pharmazeuten die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Internetnutzer auf ihrer Apotheken-Webseite landen, so Hertle.

 

Als Beispiel, um bei den Suchanfragen im Trefferranking weiter oben zu erscheinen, nannte er die Bereitstellung von Hintergrundinformationen zu Gesundheitsthemen sowie Bewegtbild-Angebote auf der Homepage. Auch eine große Auswahl von Bildmaterial verbessere das Ranking. Eine regelmäßige Aktualisierung der Seiteninhalte sei außerdem nötig, um bei der Treffersuche von Google als relevant eingestuft zu werden.

 

Darüber hinaus erfolge die Mehrzahl der Suchanfragen von unterwegs beziehungsweise mobil über das Smartphone oder das Tablet, betonte Hertle. Demnach werde noch im Laufe dieses Jahres die Anzahl der mobilen Suchanfragen jene per Präsenz-Computer überflügeln. Und da im Netz mittlerweile zunehmend mit lokalem Bezug gesucht werde, sei es für die Kundengewinnung wichtig, die lokale Relevanz hervorzuheben.

 

120 000 Suchanfragen

 

Täglich gebe es deutschlandweit 120 000 Anfragen nach Apotheken in Wohnortnähe. Durch Investition in lokales Marketing im Netz lasse sich der Absatz nachgewiesenermaßen erheblich erhöhen. Hertle nannte als Beispiel das Möbelhaus Ikea. Ein investierter Euro in digitales lokales Marketing über Suchanfragen bringe dem Unternehmen 5 Euro im Verkauf. »Präsentieren Sie sich Ihren Kunden im Einzugsgebiet«, riet Hertle.

 

Seinen Recherchen zufolge haben die Apotheker hier aber noch großen Nachholbedarf. Gebe man beispielsweise die Suchanfrage »Kopfschmerz« ein, so tauchten bei den Ergebnissen kaum stationäre Apotheken auf. Für Hertle ist das verschenktes Potenzial, denn der digitale Einfluss auf Kaufentscheidungen sei sehr hoch. So wüssten 80 Prozent der Kunden, die über Suchanfragen in die Apotheke kommen, genau was sie wollen.

 

Das weiß natürlich auch der Suchmaschinen-Gigant. Wie genau Google von den gesammelten Daten der Apotheker und Kunden profitiert und wie er diese verwertet, steht auf einem ganz anderen Blatt. Dieses Fass wollte Hertle am Ende des Vortrags dann leider nicht aufmachen. Fakt ist, mehr Internetpräsenz der stationären Apotheken kann real den Umsatz steigern. Sowohl in den Apotheken als auch bei Google. /

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