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Empörung wegen DDR-Arzneimittel-Tests

14.05.2013
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dpa /  Das Ausmaß der Arzneimitteltests westdeutscher Pharmaunternehmen in DDR-Kliniken ist nach Informationen des Nachrichtenmagazins »Spiegel« offenbar größer als bisher bekannt. In mehr als 50 Kliniken sollen über 600 Medikamentenstudien in Auftrag gegeben worden sein.

Dabei seien für einzelne Studien viele Hunderttausend D-Mark gezahlt worden, so der »Spiegel«. Mehr als 50 000 Menschen sollen teils unwissentlich als Testpatienten gedient haben. Einige Testreihen mussten dem Nachrichtenmagazin zufolge wegen Todesfällen abgebrochen werden.

 

Berichte über Medikamententests in DDR-Krankenhäusern sind nicht neu. Bereits 1991 hatte eine Kommission in den Kliniken Ost-Berlins stattgefundene Arzneimittelprüfungen am Menschen untersucht, wie das Bundesgesundheitsministerium der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Ende 2012 war in Medienberichten von rund 165 Medikamentenstudien die Rede gewesen.

 

Die neuen Enthüllungen lösten am Wochenende Empörung aus. »Die deutsch-deutschen Pharmatests zeigen, dass die Aufarbeitung der SED-Diktatur ein gesamtdeutsches Anliegen ist«, so der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn. Die westdeutsche Pharmaindustrie habe sich die autoritären Bedingungen der SED-Diktatur zunutze gemacht.

 

Der Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin an der Berliner Charité, Volker Hess, will die Vorgänge nun untersuchen und warnte davor, vorauseilend zu skandalisieren. Es handele sich um klinische Arzneimittelversuche, die nach gängigen Regeln durchgeführt wurden. Eine der nun zu klärenden Fragen sei, ob und wie beide Seiten von den Tests ökonomisch profitiert hätten, so Hess. Die entsprechenden Pharmaunternehmen sollen Hess zufolge in die Untersuchungen eingebunden werden. /

 

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