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15.05.2012
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Phoenix mit sattem Gewinn

 

PZ / Im abgeschlossenen Geschäftjahr 2011/2012 konnte der Pharmagroßhändler Phoenix seinen Gewinn um rund 50 Prozent auf 221,4 Millionen Euro steigern. Der Umsatz lag dagegen mit 21,7 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Wie das Mannheimer Unternehmen mitteilte, ist die positive Entwicklung vor allem dem Erfolg in osteuropäischen Ländern zu verdanken. Phoenix sieht sich in seiner Position »als einer der führenden Pharmahändler in Europa« gefestigt. »Die positive Ergebnisentwicklung der Phoenix Group hebt sich deutlich vom gegenläufigen Trend der Branche ab«, sagte Reimund Pohl, Vorsitzender der Geschäftsführung der Phoenix Group. Für die Zukunft hofft das Unternehmen auf eine stabile Geschäftsentwicklung. »Die Einsparmaßnahmen in der Gesundheitspolitik und die Unsicherheit aufgrund der immer noch fortwährenden Finanzkrise werden sich aller Voraussicht nach auch in diesem Jahr negativ auf die Pharmamärkte auswirken«, so Pohl. Phoenix suche nach neuen Geschäftsmöglichkeiten.

 

Teure Rezept-Boni

 

PZ / Das Berufsgericht für Heilberufe in München hat einen bayerischen Apotheker zu einer Geldstrafe verurteilt, der seinen Kunden Boni für eingereichte Rezepte gegeben hat. In Broschüren und Zeitungsanzeigen hatte der Apotheker jedem Kunden, der ein Rezept in einer seiner beiden Apotheken einreichte, sogenannte »Bonus-Taler« versprochen. Diese konnten die Kunden in ortsansässigen Geschäften gegen Waren einlösen. Bereits im November 2010 wurde der Apotheker von der Bayerischen Landesapothekerkammer aufgefordert, das Bonussystem einzustellen. Dem war er nicht nachgekommen. Erst im Januar 2012 hatte er die entsprechenden Aktionen beendet. Das Gericht stellte einen Verstoß gegen die Arzneimittelpreisverordnung und gegen Standesrecht fest. Damit folgten die Richter einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom Oktober 2010. Es sah die gewährten Bonustaler nicht als geringwertig an. In der Urteilsbe­gründung heißt es: Gesetzliche Bestimmungen, die eine flächendeckende gleichmäßige Versorgung zum gleichen Preis der Bevölkerung mit Arzneimitteln sichern sollen, seien ein hohes Gut, das jeder Apotheker zu beachten habe. »Jegliche Versuche, derartige Preisbindungen auf kaltem Wege durch die Verknüpfung mit der Abgabe von Bonusleistungen zu unterlaufen oder auszuhebeln, sind nicht zulässig.« Der Apotheker muss nun 5000 Euro Bußgeld zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

 

Rabattverträge: AOK geht in die achte Runde

 

PZ / Die achte Rabattrunde der AOK wird deutlich kleiner ausfallen als die im April in Kraft getretene siebte Tranche. Die AOK hat diesmal 19 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen ausgeschrieben und nun 14 Unternehmen vorläufige Zuschläge erteilt. Das jährliche Umsatzvolumen dieser Substanzen beziffert die Krankenkasse auf rund 550 Millionen Euro. Die neuen Verträge sollen am 1. Oktober starten. Die am 1. April gestartete Runde umfasste 95 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen. Gewohnt selbstbewusst gibt sich AOK-Verhandlungsführer Christopher Hermann: »Der erfolgreiche Verlauf der inzwischen achten Ausschreibung der AOKs belegt, dass Rabattverträge den Wettbewerb im patentfreien Arzneimittelbereich befördern wie kein anderes Instrument«, sagte er in Stuttgart. Immerhin 25 Unternehmen gingen bei der Vergabe leer aus. Die Zahl von 39 Bietern interpretiert Hermann als Indiz für gelungene Wettbewerbsförderung. Hermann: »Wir beabsichtigen, Zuschläge auch an neue Unternehmen zu vergeben. Es sollen kleine, mittlere und große Generika-Anbieter, aber auch forschende Pharmaunternehmen zum Zug kommen. Nach Angaben der AOK will sie die Zuschläge am 22. Mai offiziell vergeben.

 

Rote Zahlen bei Celesio

 

dpa / Der kränkelnde Pharmagroßhändler Celesio ist mit seinem breit angelegten Umbau in die roten Zahlen gerauscht. Vor allem hohe Abschreibungen auf die kürzlich zum Verkauf gestellte Personaldienstleister-Tochter Pharmexx zogen den MDax-Konzern im ersten Quartal 2012 unter dem Strich in die Verlustzone, wie Celesio am Montag in Stuttgart mitteilte. Das Minus nach Minderheiten habe in den ersten drei Monaten des Jahres 5,4 Millionen Euro betragen. Die Nummer zwei der deutschen Pharmalogistik hatte vor einem Jahr zum Auftaktquartal noch 53,3 Millionen Euro Überschuss ausgewiesen. Das Unternehmen müht sich derzeit neben Pharmexx auch um den Verkauf seiner Tochterfirmen Movianto und DocMorris, die umstrittene Internet-Versandapotheke. Kauf und Integration dieser drei Unternehmensteile waren teuer und Celesio muss ihren Wert inzwischen deutlich niedriger ansetzen, daher das Minus. Bereinigt um diese Wertkorrekturen weist der Konzern einen Gewinn aus, der ungefähr auf Höhe der 50 Millionen Euro des Vorjahres liegt.

 

Barmer-GEK schreibt aus

 

PZ / Die Barmer-GEK hat den dritten Teil neuer Rabattverträge ausgeschrieben. Ausgelobt sind 96 Wirkstoffe in 97 Fachlosen. In 17 davon will die Krankenkasse jeweils drei Anbietern einen Zuschlag erteilen. Dazu gehören Ibuprofen, Olanzapin und Valsartan. Der Großteil der Zuschläge soll jedoch exklusiv nur an einen Anbieter gehen. Darunter befinden sich Wirkstoffe wie Formoterol, Propiverin und Risedronsäure. Das Umsatzvolumen der jetzt ausgeschriebenen Wirkstoffe liegt nach Angaben der Barmer-GEK bei jährlich 382 Millionen Euro. Insgesamt habe die Krankenkasse im vergangenen halben Jahr 195 Wirkstoffe und Kombinationen mit einem Gesamtvolumen von rund 1,3 Milliarden Euro ausgeschrieben. Der erste Teil der Gesamtausschreibung mit 30 Wirkstoffen trat zum 1. Mai in Kraft, die zweite Gruppe mit 69 Wirkstoffen soll im August folgen. Die jetzt ausgeschriebene Tranche soll im November umgesetzt werden.

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