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Malaria-Impfstoff

WHO kündigt Pilotprogramm an

03.05.2017
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Von Christina Hohmann-Jeddi / Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angekündigt, den ersten vor der Zulassung stehenden Impfstoff gegen Malaria RTS,S (Mosquirix®) großflächig in Endemiegebieten in Afrika einzusetzen.

 

In Kenia, Ghana und Malawi sollen ab 2018 Kinder im Alter von 5 bis 17 Monaten den Impfstoff des Unternehmens Glaxo-Smith-Kline erhalten. Dieses Pilotprogramm soll zeigen, ob es sinnvoll ist, die Impfung in das von der WHO empfohlene Präventionsprogramm aufzunehmen. 

 

»Die Aussicht, einen Malaria-Impfstoff zu haben, ist toll«, sagte Dr. Matshidiso Moeti, WHO-Regionaldirektorin für Afrika, in einer Mitteilung der Organisation. Zusammen mit anderen Mitteln könne ein solcher Impfstoff Zehntausende Leben in Afrika retten.

 

Für den neuen Test sollen etwa 360 000 Kinder geimpft werden; nochmal so viele sollen als Kontrollgruppe dienen, um den Erfolg zu messen. Es soll vor allem getestet werden, ob die in Studien gemessene Wirksamkeit des Impfstoffs von 27 bis 39 Prozent unter Alltagsbedingungen zu erreichen ist. Es sind vier Dosen notwendig, was eine logistische Herausforderung darstellt. Die Schutzwirkung ist nur mäßig und hält außerdem nur wenige Jahre an. An effizienteren Alternativen wird daher intensiv geforscht. Eine Reihe von Kandidaten, darunter auch Lebend­vakzinen, befinden sich in der klinischen Entwicklung.

 

Die von der WHO empfohlenen Präventionsmethoden wie Moskitonetze, Insektizide und saisonale Chemoprophylaxe hätten bereits zu großen Erfolgen im Kampf gegen Malaria geführt, so die WHO. Von 2010 bis 2015 ging die Zahl der Neuinfektionen demnach weltweit um 21 Prozent zurück; die Zahl der Todesfälle in Afrika sank um knapp ein Drittel. Im Jahr 2015 erkrankten laut WHO dennoch rund 212 Millionen an Malaria und etwa 429 000 Menschen starben daran, die meisten von ihnen Kinder unter fünf Jahren. /

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