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Impfstoff gegen das Chikungunya-Virus

29.04.2015
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Von Christina Hohmann-Jeddi / Einen experimentellen Impfstoff gegen das von Stechmücken übertragene Chikungunya-Virus, Verursacher des Chikungunya-Fiebers, haben Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) entwickelt.

 

Hierfür rekombinierten sie Fragmente des Virus-Oberflächenproteins E2 und schufen so künstliche Peptide, meldet das PEI. Mit der von ihnen erzeugten Domäne »sAB+« ließ sich im Tiermodell erfolgreich eine schützende Wirkung gegen das Chikungunya-Virus erzeugen, berichten die Forscher um Professor Dr. Barbara Schnierle im Fachjournal »PLoS Neglected Tropical Diseases« (DOI: 10.1371/journal.pntd.0003684).

Bisherige Versuche, geeignete Impfstoffe zu entwickeln, blieben erfolglos, weil sich die Suche nach einer geeigneten Antigenstruktur des Virus schwierig gestaltete. Die Forscher um Schnierle, Leiterin des Fachgebiets »AIDS, neue und neuartige Erreger« der Abteilung Virologie des PEI, wählten auf Basis der dreidimensionalen Struktur des Proteins E2 verschiedene oberflächenexponierte Abschnitte aus und fügten sie zu künstlichen Peptiden zusammen. Nach Produktion in Escherichia coli und Aufreinigung wurden Mäuse mit diesen Proteinabschnitten immunisiert und später das Blut der Tiere auf neutralisierende Antikörper untersucht.

 

Ein als sAB+ bezeichnetes Fragment induzierte hierbei am wirkungsvollsten neutralisierende Antikörper. Es wurde zur Immunisierung von Mäusen eingesetzt, die anschließend mit dem Wildtyp-Chikungunya-Virus infiziert wurden. Im Vergleich zu nicht geimpften Tieren wiesen die behandelten Mäuse deutlich weniger Virus-RNA im Blut auf – Zeichen eines partiellen Immunschutzes. »Unsere Forschungsarbeiten weisen darauf hin, dass auch einzelne und künstlich zusammengesetzte Abschnitte des Oberflächenproteins ausreichen könnten, um eine partiell schützende Immunantwort gegen das Chikungunya-Virus zu induzieren. Wir halten unseren Impfstoffansatz für vielversprechend für die Weiterentwicklung«, sagte Schnierle laut Pressemitteilung. /

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