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Bevacizumab jetzt auch bei Zervixkarzinom

22.04.2015
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Von Rolf Thesen / Der schweizerische Pharmakonzern Roche kann eine weitere Zulassung für sein Krebsmedikament Bevacizumab (Avastin®) verbuchen.

 

In Kombination mit einer Standard-Chemotherapie (Paclitaxel und Cisplatin oder Paclitaxel und Topotecan, wenn keine Platin-Therapie möglich ist) kann der Angiogenese-Hemmer in der EU jetzt auch zur Behandlung von erwachsenen Frauen mit persistierendem, rezidivierendem oder metastasierendem Karzinom des Gebärmutterhalses (Zervix) eingesetzt werden.

 

 Laut Pressemitteilung ist Avastin damit seit fast zehn Jahren das erste Medikament, welches das Leben von Frauen mit dieser fortgeschrittenen Krebserkrankung verlängert. Zurzeit ist weniger als eine von sechs Frauen mit der Erkrankung fünf Jahre nach der Diagnose noch am Leben.

 

Die EU-Zulassung stützt sich vor allem auf die positiven Ergebnisse der klinischen Studie GOG-0240, einer unabhängigen, vom US-amerikanischen nationalen Krebsinstitut gesponserten Studie, an der 452 betroffene Frauen teilnahmen. In der Studie hatten Frauen unter der Therapie mit Bevacizumab plus Chemotherapie eine statistisch signifikante Reduktion des Sterberisikos um 26 Prozent verglichen mit Frauen, die nur die Chemotherapie erhielten. Das mediane Gesamtüberleben verlängerte sich von 12,9 Monaten auf 16,8 Monate.

 

Als Nebenwirkung traten häufiger gastrointestinal-vaginale Fisteln auf als unter Chemotherapie allein (8,3 versus 0,9 Prozent). Ansonsten entsprach das Sicherheitsprofil dem früherer Studien mit Bevacizumab bei verschiedenen Tumorarten.

 

In Europa ist Bevacizumab schon bei mehreren Tumorarten zugelassen: Brustkrebs, Dickdarm- beziehungsweise Enddarmkrebs, nicht kleinzelliger Lungenkrebs, Nierenkrebs und Eierstockkrebs. Zudem ist Bevacizumab in den USA und mehr als 60 weiteren Ländern auch zur Behandlung von Patienten mit fortschreitendem Glioblastom nach einer ersten Behandlung zugelassen. /

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