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Keimschleuder Quietscheentchen

04.04.2018
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dpa / In vier von fünf benutzten Badewannentieren hat das Wasserforschungsinstitut Eawag in Dübendorf bei Zürich potenziell krankheitserregende Bakterien nachgewiesen. Zwischen 5 Millionen und 75 Millionen Zellen pro Quadratzentimeter tummelten sich laut der Studie auf den ausgewerteten Plastikflächen.

 

Die Autoren um Eawag-Mikrobio­login Lisa Neu untersuchten 19 benutzte Gummientchen sowie sechs neu gekaufte, die sie unter Laborbedingungen elf Wochen lang getestet hatten. Einige kamen dabei nur in sauberes Trinkwasser, andere in benutztes Badewasser. 

 

Das Ergebnis nach dem Aufschneiden der Spielzeuge: In 80 Prozent aller Plastiktiere fanden die Forscher potenziell krankheitserregende Bakterien, darunter Legionellen und Pseudomonas aeruginosa. Zudem fanden sich auf einem Großteil auch diverse Pilze, wie die Autoren im Fachblatt »npj Biofilms and Microbiomes« schreiben (DOI: 10.1038/s41522-018-0050-9).

 

Die Keimbelastung der Spielsachen ist jedoch nicht zwangsläufig schädlich für badende Kinder. »Das kann die Immun­abwehr stärken. Dann ist es ­positiv«, sagt Mitautor Dr. Frederik Hammes von der Eawag. Bei empfindlichen Jungen und Mädchen könne der Kontakt mit kontaminiertem Wasser, das die Kinder aus den Entchen herausspritzen, aber zu Entzündungen an ­Augen und Ohren oder zu Magen-Darm-Infekten führen.

 

»Die Ergebnisse sind nicht überraschend«, kommentiert der Sprecher des deutschen Bundesverbands der Kinder und Jugendärzte, Dr. Hermann Josef Kahl. In Deutschland etwa seien die Hygienemaßnahmen insgesamt rückläufig, was auch die Verbreitung von Läusen und Krätze zeige. Er stimme den Forschern zu: »Entweder muss man die Enten reinigen können, oder weg damit«! Eine Alternative seien noch Tiere ohne Loch oder das Zukleben desselben. /

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