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Non-Hodgkin-Lymphome

Neuer Wirkstoff hemmt PI3K-Signalweg

05.04.2017
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Von Sven Siebenand / Der bisher noch nicht zugelassene Kinasehemmer Copanlisib hat in einer Phase-II-Studie bei Patienten mit indolentem (niedrigmalignem) Non-Hodgkin-Lymphom (iNHL) positive Ergebnisse erzielt.

 

Darauf weist Hersteller Bayer in einer Pressemitteilung hin. In der offenen und nicht randomisierten Studie Chronos-1 wurden Sicherheit und Wirksamkeit von Copanlisib bei Patienten mit iNHL untersucht. Die Patienten waren zuvor bereits mit mindestens zwei anderen Medikamenten behandelt worden.

142 Patienten wurden in die Datenanalyse einbezogen. Copanlisib erzielte über alle Patientengruppen hinweg eine objektive Ansprechrate von 59 Prozent, wobei die Rate des kompletten Ansprechens 12 Prozent betrug und die mittlere Dauer des Ansprechens zum Zeitpunkt der primären Analyse bei mehr als 98 Wochen lag. Die häufigsten behandlungsbezogenen Nebenwirkungen waren vorübergehende Hyperglykämie (49 Prozent) und Hypertonie (29 Prozent).

 

Copanlisib ist ein pan-Klasse-I-Inhibitor der Phosphatidylinositol-3-Kinasen (PI3K), der vorwiegend die beiden PI3K-Isoformen PI3K-α und PI3K-δ blockiert. In den PI3K-Signalweg greift zum Beispiel auch der bereits zugelassene Kinasehemmer Idelalisib (Zydelig®) ein. Dieser Weg reguliert zelluläres Wachstum, Apoptose und Stoffwechsel in Zellen. Seine Fehlregulation spielt eine zentrale Rolle bei NHL. Copanlisib wird einmal wöchentlich über eine Stunde intravenös verabreicht. In einem 28-Tage-Zyklus erfolgt die Infusion jeweils in den ersten drei Wochen (an den Tagen 1, 8 und 15), gefolgt von einer Woche Pause. /

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