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Linke fragt nach in Sachen Xarelto

01.04.2015
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Von Anna Hohle / Die Partei Die Linke will wissen, ob die Bundesregierung etwas gegen den Anstieg der Verschreibungen des Gerinnungshemmers Rivaroxaban (Xarelto®) unternehmen will. Dazu stellte sie in der vergangenen Woche eine kleine Anfrage im Bundestag.

 

Xarelto wurde 2008 von Bayer als Alternative zu altgedienten Gerinnungshemmern wie etwa Phenprocoumon (Marcumar®) auf den Markt gebracht. Das Mittel ist für Patienten weit unkomplizierter zu handhaben als bisherige Alternativen. Allerdings ist das Präparat deutlich teurer als etwa Marcumar. Auch waren in den vergangenen Jahren immer wieder kritische Stimmen zu hören, die die Überlegenheit der Arznei gegenüber herkömmlichen Therapien bezweifelten.

 

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft kam 2012 zu dem Schluss, dass Rivaroxaban all jenen Patienten, die auch Phenprocoumon gut vertragen, keinen Vorteil bringt. Die Barmer GEK bezeichnete das Medikament in ihrem Arzneimittelreport 2011 aus demselben Grund als Scheininnovation. Die Zeitschrift »Arzneitelegramm« kritisierte eine Studie, die die Wirksamkeit des Arzneimittels beweisen sollte, als unsauber und wenig aussagekräftig. Auch war immer wieder von Todesfällen nach der Behandlung mit Rivaroxaban die Rede, belegt werden konnte ein Zusammenhang jedoch bislang nicht.

 

Die Linke will nun wissen, ob die Bundesregierung in Sachen Xarelto Handlungsbedarf sieht und ob ihrer Meinung nach aggressives Marketing durch den Hersteller Bayer für den Anstieg der Verordnungszahlen verantwortlich ist. Zudem fragt die Partei, ob es Überlegungen gibt, die Zulassung zu widerrufen. /

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