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05.04.2011  15:16 Uhr

Prostatakrebs-Früherkennung

 

PZ / Ein Screening senkt die Prostatakrebs-Mortalität nicht signifikant und reduziert auch nicht die Gesamtmortalität. Dies ergab ein schwedische Langzeit-Untersuchung, die nun im »British Medical Journal« (doi: 10.1136/bmj.d1539) veröffentlicht wurde. Gabriel Sandblom und seine Kollegen vom Karolinska-Institut in Stockholm hatten 1987 alle Männer der Stadt Norrköping, die zu diesem Zeitpunkt zwischen 50 und 69 Jahre alt waren, in die Studie aufgenommen. Von diesen wurden 1494 Männer alle drei Jahre zur Früherkennungs-Untersuchung eingeladen, 7532 Männer dienten als Kontrolle. An den ersten beiden Terminen bestand das Screening ausschließlich aus einer digitalen rektalen Untersuchung, beim dritten und vierten Termin wurde zusätzlich der PSA-Wert bestimmt. Bis 1999 wurde bei 5,7 Prozent der Screeninggruppe im Vergleich zu 3,9 Prozent der Kontrollgruppe Prostatakrebs diagnostiziert. Damit wurden in der Screeninggruppe mehr Karzinome und auch in einem deutlich früheren Stadium entdeckt. Auf die Prostatakrebsmortalität wirkte sich dies aber kaum aus: Sie lag bei 2 Prozent der Teilnehmer in der Screening- im Vergleich zu 1,7 Prozent aller Männer in der Kontrollgruppe, was keine signifikante Reduktion darstellt. Die Gesamtmortalität unterschied sich in beiden Gruppen nicht. Diese Daten bestätigen bisherige Zweifel am Sinn von Reihenuntersuchungen auf Prostatakrebs. Schon 2009 hatte eine Untersuchung ergeben, dass 1410 Männer gescreent und 48 operiert werden müssen, um einen Todesfall zu verhindern.

 

Schlafstörungen nehmen zu

 

dpa / Etwa vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Schlafstörung. Etwa 5 Prozent der Bevölkerung seien betroffen, lautet das Ergebnis einer Hochrechnung der Techniker Krankenkasse (TK) für das Jahr 2010. Die Zahl der Menschen mit Problemen bei der Nachtruhe nehme zu. Waren es im Jahr 2008 noch etwa 210 000 TK-Versicherte, stieg die Zahl 2009 auf rund 250 000. Im vergangenen Jahr dürfte die Zahl bei rund 400 000 gelegen haben, so eine Sprecherin. Dementsprechend steigt der Verbrauch von Schlafmitteln. 2010 griffen in Deutschland mehr als 1,4 Millionen Menschen zu solchen Medikamenten, die Hälfte sei älter als 60 Jahre. Dabei ist gerade bei dieser Altersgruppe mit Nebenwirkungen wie Sturzgefahr und Schwindel zu rechnen. Die TK rät, in Seitenlage oder mit erhöhtem Oberkörper zu schlafen, um Schnarchen zu vermeiden. Außerdem sollte mindestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen kein Alkohol mehr getrunken werden. Er lässt im Schlaf die Muskeln erschlaffen, was das Schnarchen verstärkt. Weitere Tipps waren Entspannungstechniken, Kaffeeverzicht, ein leichtes Abendessen, Spaziergänge und ein gut gelüftetes Schlafzimmer. /

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