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AMNOG

Hecken lobt, fordert aber Nachbesserungen

26.03.2014
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Von Ev Tebroke / Der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), Josef Hecken, bewertet das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) insgesamt positiv. In einigen Punkten sieht er allerdings Nachbesserungsbedarf.

 

In den zurückliegenden zweieinhalb Jahren seien 66 neue Wirkstoffe bewertet worden, sagte Hecken vergangene Woche im Gesundheitsausschuss des Bundestags und zog damit eine Zwischenbilanz. Dabei habe sich in 13 Fällen ein beträchtlicher Zusatznutzen herausgestellt, in sechs Fällen ein nicht quantifizierbarer Zusatznutzen und knapp 20 Mal ein geringer Zusatznutzen. Die anderen Mittel seien ohne zusätzlichen Nutzen aus dem Prüfverfahren gegangen.

 

Gänzlich zufrieden ist Hecken mit dem AMNOG allerdings nicht. So seien unter den geprüften Präparaten mit beträchtlichem Zusatznutzen viele aus dem Bereich der Krebsmedizin, sagte der G-BA-Chef. Dabei beziehe sich der Zusatznutzen in den Studien ausschließlich auf eine verlängerte Lebenserwartung. Die Lebensqualität werde hingegen nicht berücksichtigt. Längerfristig werde der G-BA daher auch solche Daten einfordern, die Aufschluss über die Qualität der verlängerten Lebenszeit sowie Nebenwirkungen geben, sagte Hecken.

 

Ein weiteres Problem sieht der G-BA-Vorsitzende bei Wirkstoffen, die nicht mehr patentgeschützt sind. Hier nutzten Hersteller eine Gesetzeslücke und versuchten ihren Produkten »einen zweiten rentierlichen Lebenszyklus zu verschaffen«, indem sie die Wirkstoffe mit neuem Handelsnamen, neuem Anwendungsgebiet und neuem Patentschutz auf den Markt bringen. Mögliche Nebenwirkungen im neuen Einsatzgebiet würden dabei nicht untersucht. Hecken forderte eine gesetzliche Regelung, die in diesen Fällen eine Neubewertung zulasse. /

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