Pharmazeutische Zeitung online

Meldungen

26.03.2013  19:34 Uhr

Meldungen 

 

Gesetz für weniger Antibiotika gestoppt

 

dpa / Der Bundesrat hat das Gesetz zur Eindämmung des umstrittenen Antibiotika-Einsatzes in der Tiermast vorerst gestoppt. Wegen vieler Änderungswünsche beschloss die Länderkammer am Freitag den Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat anzurufen. Ein Kernpunkt des vom Bundestag beschlossenen Konzepts ist der Aufbau einer zentralen Datenbank, um Arzneimengen genauer zu erfassen und kontrollieren zu können. Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) hatte an die Länder appelliert, die Pläne nicht zu verschleppen. Der Einsatz von Antibiotika soll generell gesenkt werden, um die Gefahr zu verringern, dass sie auch bei kranken Menschen nicht mehr wirken

 

ADHS: WIPIG und BKK Mobil Oil kooperieren

 

PZ / Das WIPIG – Wissenschaftliches Institut für Prävention im Gesundheitswesen hat einen Kooperationsvertrag mit der BKK Mobil Oil zum Thema Arzneimitteltherapiesicherheit geschlossen. Konkret geht es um Information und Aufklärung zum Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Mit zwei Spezialfortbildungen »ADHS – der reale Zappelphilipp« in Nürnberg und München startet die Kooperation. Die beiden Veranstaltungen sollen Apothekern und ihrem Team das nötige Hintergrundwissen zu Erkrankung und Therapie vermitteln, damit sie selbst Vorträge vor Kunden oder Betroffenen halten können. Dies sei wesentlicher Teil der Kooperation, sagte WIPIG-Geschäftsführer Helmut Schlager in München. Die BKK werde in diesem Jahr fünf Vorträge von Apothekern vor Laien honorieren. Der erste Vortrag ist laut Schlager im Juni in München geplant. Die BKK Mobil Oil habe viele junge Versicherte, erklärte Apothekerin Ulrike Moormann von der BKK. »Wir gehen diese Kooperation bewusst ein, denn wir wollen die Beratungsqualität in Apotheken fördern und erhöhen.« Nach Aussagen Moormanns will die BKK die Kooperation mit dem WIPIG im nächsten Jahr fortsetzen.

 

Stada mit Gewinnanstieg

 

dpa / Der Arzneimittelhersteller Stada hat das abge­laufene Geschäftsjahr 2012 dank der florieren­den Geschäfte in Osteuropa mit einem kräftigen Ge­winn­anstieg abgeschlossen. Konzern­chef Hart­mut Retzlaff zeigte sich vor dem Hintergrund des starken Wachstums im internationalen Ge­schäft zuversichtlich und kündigte weitere Zuwächse an: »Wir sehen uns für die Zukunft gut gerüstet und erwarten für den Konzern für 2013 und 2014 ein weiteres Wachstum bei Umsatz und Ertrag.« Wie Deutschlands drittgrößter Hersteller von Nachahmermedikamenten bereits mitgeteilt hat, soll die Dividende um 35 Prozent auf 50 Cent je Aktie erhöht werden. Unter dem Strich legte der Konzerngewinn im abgelaufenen Ge­schäfts­­jahr auf 86,5 Millionen Euro zu. Im Vorjahr hatten Schwierigkeiten auf dem deutschen und dem wichtigen serbischen Markt zu einem Gewinnein­bruch auf 22 Millionen Euro geführt. Insbesondere das internationale Geschäft und die Entwicklung mit Marken­produkten wie dem Sonnenschutzmittel Ladival sorgten bei Stada für Zuwächse. Getragen von der Nachfrage aus Russland und Europa stieg der Umsatz um 7 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Auf dem Heimatmarkt Deutschland litt Stada unter den schwierigen Rahmen­bedingungen im Geschäft mit Nachahmermedikamenten. Der Inlandsumsatz fiel um 6 Prozent auf 470 Millionen Euro.

 

Stimulanzien-Einsatz für Erwachsene geregelt

 

PZ / Ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesaus­schusses (GBA) regelt seit vergangener Woche, in welchen Fällen Methylphenidat-haltige Medikamente bei Erwachsenen mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zulasten der Gesetzlichen Krankenver­sicherung (GKV) verordnet werden dürfen. »Der GBA hat festgelegt, wie die Diagnosestellung einer ADHS bei Erwachsenen erfolgen muss und was nach gesicherter Indikationsstellung von ausgewiesenen Spezialisten für Verhaltensstörungen bei der Versorgung von Patienten zu beachten ist«, sagte der GBA-Vorsitzende Josef Hecken. Der Beschluss legt auch fest, welche Fachärzte Spezialisten im Sinne der Regelung sind und die Stimulanzien zulasten der GKV verordnen dürfen.

 

Apotheker klagen gegen Boni-Verbot

 

PZ / Zwei bayerische Apotheker sind vor dem Verwaltungsgericht München mit zwei gleichlautenden Klagen gescheitert. Einem der Pharmazeuten war zuvor vom Berufsgericht untersagt worden, in seiner Apotheke mit einem Bonus von einem Euro pro Rezept zu werben, gegen den anderen wurde ein Verfahren aus demselben Grund bereits eingeleitet. Beide klagten gegen das Verbot mit dem Argument, rezeptbezogene Boni verstießen nicht gegen die Berufsordnung. Auch sei die Landesapothekerkammer nicht berechtigt, rezeptbezogene Boni zu beanstanden, so die Apotheker. Das Verwaltungsgericht München teilte diese Auffassung nicht. Wie die Bayerische Apothekerkammer mitteilt, haben die Richter die Klagen in der mündlichen Verhandlung als unzulässig und unbegründet bezeichnet. Die Tatsache, dass einer der beklagten Apotheker trotz Verurteilung durch das Berufsgericht weiter Boni gewährt hatte, nannten die Richter »nicht nachvollziehbar«. Genau wie das Berufsgericht sei auch das Verwaltungsgericht der Auffassung, dass rezeptbezogene Boni gegen die preisrechtlichen Vorgaben in Arzneimittelgesetz, Arzneimittelpreisverordnung und Berufsordnung verstoßen, so die Juristen. Beide Apotheker zogen daraufhin ihre Klagen zurück. /

Mehr von Avoxa