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Penisverletzungen

Eingeklemmt im Reißverschluss

26.03.2013  17:56 Uhr

Von Christina Hohmann-Jeddi / Vorsicht bei Hosen mit Reißverschlüssen: Einer aktuellen Studie zufolge sind diese der häufigste Grund für Penisverletzungen bei Männern. Etwa 2000 Menschen müssen in den USA jedes Jahr wegen solcher Verletzungen in die Notaufnahme.

Für ihre Untersuchung hatten Herman Singh Bagga und seine Kollegen von der University of California in San Francisco die Daten von Notaufnahmen in 100 repräsentativen Kliniken in den USA ausgewertet, die am National Electronic Injury Surveillance System (NEISS) teilnehmen. Den Autoren zufolge wurden von 2002 bis 2010 insgesamt 2695 Penisverletzungen behandelt, von denen 523 (21,6 Prozent) auf Reißverschlüsse zurückgingen.

Anhand dieser Daten schätzten die Mediziner die tatsächliche Zahl der Fälle für das gesamte Land ab: In dem genannten Neun-Jahres-Zeitraum seien mehr als 17 600 Personen wegen Reißverschlussverletzungen am Genital behandelt worden, berichten die Mediziner im Fachjournal der britischen Urologen »BJU international« (doi: 10.1111/bju.12009). Meist war ausschließlich der Penis eingeklemmt, nur in 1 Prozent der Fälle war auch das Skrotum betroffen. In der Regel reichte eine ambulante Befreiung des Genitals und anschließende Desinfektion aus. In zwei Fällen war ein operativer Eingriff nötig. Bei elf Personen trat eine Entzündung der betroffenen Haut auf.

 

Mehr als die Hälfte der Betroffenen waren Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Bei ihnen waren – anders als bei Erwachsenen – Reißverschlüsse nur der zweithäufigste Grund für Penisverletzungen. Der häufigste war eine Quetschung durch herunterknallende Toilettendeckel beim Urinieren. Um Reißverschlussverletzungen bei Kindern zu vermeiden, raten die Autoren, Hosen mit elastischem Bund zu bevorzugen, bis die Kinder mit Reißverschlüssen sorgfältig umgehen können. Insgesamt sollten Männer beim Schließen des Reißverschlusses »einfach gut aufpassen«. Außerdem sei das Tragen von körpergerechter Unterwäsche hilfreich. Ob die Betroffenen zum Zeitpunkt des Unfalls eine Unterhose anhatten, ist nicht mituntersucht worden. /

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