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Medizinticker

21.03.2007  12:02 Uhr

Alkohol gefährlicher als LSD

Alkohol und Zigaretten sind nach Expertenmeinung schädlicher als einige illegale Drogen wie Cannabis, LSD oder Ecstasy. Die heutigen Klassifikationssysteme seien eher von politischen Vorurteilen als vom tatsächlichen Gefährdungspotenzial der Drogen bestimmt, sagt David Nutt von der University of Bristol. Seine Kollegen und er erarbeiteten daher eine neue Rangliste. Für die drei Kategorien körperlicher Schaden, Suchtpotenzial und soziale Auswirkungen sollten Fachleute wie Psychiater, Polizisten, Mediziner und Chemiker insgesamt 20 Drogen Punkte zwischen 0 bis 3 zuordnen. Die Punkte wurden dann addiert. Das Ergebnis, das Nutt im Fachjournal »Lancet« (Band 369, Seite 1047 bis 1053) veröffentlicht hat, ist überraschend: Auf den ersten beiden Plätzen stehen Heroin und Kokain, gefolgt von Barbituraten und illegal verkauftem Methadon. Schon auf Platz 5 folgt Alkohol, der keinerlei gesetzlichen Restriktionen unterliegt. Auf Platz 9 steht Tabak. Dagegen befinden sich unter den zehn Drogen am Ende der Skala Cannabis (Platz 11), das Amphetamin 4-MTA (Platz 13), LSD (Platz 14) und Ecstasy (Platz 18). Für das gültige Klassifikationssystem gebe es keine wissenschaftliche Grundlage, sagt Nutt. Er fordert zum Umdenken auf. PZ

Malariaresistente Mücken

Gentechnisch veränderte Stechmücken, die keine Malaria übertragen können, setzen sich im Labor gegen ihre normalen Artgenossen durch. Dies berichten Forscher der Johns Hopkins University in den USA im Fachjournal »PNAS« (Band 104, Seite 5580 bis 5583). Die Forscher hielten die genmanipulierten Mücken und unveränderte Tiere in Glaskäfigen und ließen sie von malariainfizierten Mäusen Blut saugen. Die manipulierten Mücken vermehrten sich besser, da sie mehr Eier legten und auch länger lebten als ihre Artgenossen. Mit der Zeit waren die malariaresistenten Mücken den anderen zahlenmäßig deutlich überlegen. Die Studie lässt vermuten, dass in Zukunft manipulierte Mücken in der Wildbahn die Verbreitung der Infektionskrankheit eindämmen könnten, indem sie den malariaanfälligen Wildtyp verdrängen. PZ

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