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ASS senkt Melanom-Risiko

12.03.2013
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Von Verena Arzbach / Die regelmäßige Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) reduziert das Risiko postmenopausaler Frauen, an schwarzem Hautkrebs (Melanom) zu erkranken. Je länger sie das nicht steroidale Antirheumatikum (NSAR) einnehmen, desto stärker ausgeprägt ist der schützende Effekt, so das Ergebnis einer Studie US-amerikanischer Forscher der Stanford Universität in Kalifornien (doi: 10.1002/cncr.27817).

Die Wissenschaftler um Dr. Jean Tang werteten Daten von fast 60 000 Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren aus der Women’s Health Initiative aus. Innerhalb des Beobachtungszeitraums von durchschnittlich zwölf Jahren traten insgesamt 548 Melanome auf, wie die Forscher im Journal »Cancer« berichten. Zu Beginn der Studie waren die Teilnehmerinnen zu ihren Einnahme­gewohnheiten von NSAR befragt worden. Auch ihr Hauttyp und die Sonnenexposition in der Vergangenheit flossen in die Bewertung mit ein.

Probandinnen, die regelmäßig ASS einnahmen, hatten im Vergleich zu denen, die das Analgetikum nicht verwendeten, ein durchschnittlich 21 Prozent niedrigeres Melanom-Risiko. Das Ausmaß des positiven Effekts stieg dabei mit der Dauer der Medikation: Nahmen die Frauen das Medikament weniger als ein Jahr ein, sank das Risiko um 11 Prozent, lag die Einnahmedauer zwischen ein und vier Jahren, waren es 22 Prozent. Frauen, die das Analgetikum länger als fünf Jahre einnahmen, hatten sogar ein 30 Prozent niedrigeres Risiko.

 

Verantwortlich für die Schutzwirkung könne möglicherweise der entzündungshemmende Effekt von ASS sein, vermutet Tang. Bei der Einnahme anderer NSAR wie Ibuprofen und Naproxen oder von Paracetamol konnten die Wissenschaftler dagegen keinen Zusammenhang mit dem Hautkrebs-Risiko nachweisen. Ob ASS zukünftig möglicherweise zur Hautkrebs-Prävention eingenommen werden kann, müssten klinische Studien klären, so die Autoren. /

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