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Apothekenzahlen

Trend zur Filiale

02.03.2016
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Von Ev Tebroke / Das Apothekensterben geht langsam aber stetig weiter. Ende 2015 gab es hierzulande 192 öffentliche Apotheken weniger als im Jahr 2014. Das geht aus den neuen Zahlen der ABDA hervor. Während die Anzahl der Einzelapotheken sinkt, gibt es immer mehr Filialen.

Die Zahl der Betriebsstätten ist innerhalb eines Jahres von 20 441 auf aktuell 20 249 gesunken. Den Berechnungen der ABDA zufolge standen im vergangenen Jahr 346 Apotheken-Schließungen lediglich 154 Neueröffnungen gegenüber. Dabei gibt es immer weniger Einzelapotheken und zunehmend mehr Filialen.

»Der Rückgang der Apothekenzahl begleitet uns nun leider schon seit ein paar Jahren«, so der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands, Fritz Becker. Wenn eine Apotheke geschlossen werden müsse, liege das oft daran, dass der Nachwuchs fehle. Als Einzelkämpfer auf dem Land oder für junge Mütter seien 50 oder 60 Stunden pro Woche nicht immer wünschenswert und schwer umzusetzen, erläuterte der DAV-Vorsitzende auf Anfrage der PZ.

 

NRW an der Spitze

 

Trauriger Spitzenreiter des Apothekensterbens ist Nordrhein-Westfalen. Dort schlossen 87 Offizinen ihre Tore und lediglich 31 eröffneten neu. Somit müssen die Kunden auf insgesamt 56  Apotheken verzichten. Auch im Süden Deutschlands sieht die Entwicklung der Apothekenzahlen schlecht aus. So blickt die Landesapothekerkammer Baden-Württemberg bei 52 Schließungen und 18  Neueröffnungen auf ein Minus von 34 Betriebsstätten im Ländle. Die bayerische Landesapothekerkammer verzeichnet mit 58 Schließungen und 28  Neueröffnungen den Verlust von insgesamt 30 Apotheken im Freistaat. In Rheinland-Pfalz gab es Ende vergangenen Jahres 14 Apotheken weniger als noch 2014. Und sowohl in Hessen als auch in Niedersachsen müssen Kunden auf insgesamt jeweils 12 Offizinen verzichten. In allen anderen Bundesländern sank die Zahl der Apotheken im einstelligen Bereich, lediglich im Saarland ist die Anzahl unverändert geblieben.

 

Parallel zum Rückgang der Apothekenzahlen zeichnet sich in der Apothekenlandschaft der Trend zur Filialisierung ab. So reduzierte sich die Zahl der Haupt- und Einzelapotheken im Jahr 2015 um 301 auf 15 968. Gleichzeitig stieg die Zahl der Apothekenfilialen im Vergleich zum Vorjahr um 109 auf insgesamt 4281 Niederlassungen. Die meisten, sprich 2229 der insgesamt 3117 Hauptapotheken, betreiben demnach eine einzelne Filiale. 612 nennen zwei Niederlassungen ihr Eigen und 276 besitzen drei Filialen. /

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