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Luftfahrt ohne Grenzen

Hilfe für syrische Flüchtlinge

26.02.2013
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Von Kerstin A. Gräfe, Frankfurt / Am Montag starteten erstmals gleich zwei Frachtflugzeuge vom Frankfurter Flughafen mit Hilfsgütern für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge. Ziel ist Adana, eine Stadt nahe der syrischen Grenze. Mit an Bord sind 100 Tonnen dringend benötigter Soforthilfe. Ermöglicht hat diese Aktion federführend die Hilfsorganisation »Luftfahrt ohne Grenzen (LOG)/Wings of Help«.

Die Zahl der syrischen Flüchtlinge, die vor dem Bürgerkrieg in die Nachbarländer fliehen, wird immer größer. Sie ist inzwischen auf 180 000 angewachsen, wobei Frauen und Kinder 70 Prozent ausmachen. »Die Lage in der Türkei hat dramatische Dimensionen angenommen«, sagte LOG-Präsident Frank Franke auf der Pressekonferenz. Umso unverständlicher sei es, dass die Hilfe aus der Europäischen Union so zögerlich verlaufe. Sein besonderer Dank gelte daher dem Auswärtigen Amt in Berlin, das die jetzige Hilfslieferung maßgeblich mitfinanziert hat. Franke betonte die exzellente Versorgung seitens der türkischen Regierung. Doch sei es höchste Zeit für internationale Solidarität. LOG verstehe sich hier als Relais-Station. Die Hilfsgüter würden am Zielflughafen Adana an die Partnerorganisation »Türkischer Roter Halbmond« übergeben, die die Verteilung vor Ort übernimmt.

An Bord der zwei Airbus-Frachter sind Hilfsgüter wie Lebensmittel, Kindernahrung, Kleidung, Schuhe, Matratzen und Decken. Ebenfalls an Bord sind fünf »emergency health kits«, von denen drei die Hilfsorganisation Apotheker Helfen stellt. »Dabei handelt es sich um ein Notfallsortiment aller wichtigen Arzneimittel, die nach WHO-Standard zusammengestellt sind«, erklärt Gerhard Gensthaler. Der Geschäftsführer von Apotheker Helfen wird neben LOG-Präsident Franke, Fraport-Vorstandsmitglied Peter Schmitz und dem LOG-Mitglied und ehemaligen Astronauten Ulf Merbold den Hilfstransport nach Adana begleiten und das Lager Osmaniye besuchen. Mit einem Kit könne man etwa 10 000 Menschen drei Monate lang medizinisch versorgen, sagt Gensthaler. Es beinhalte zum Beispiel neben Antibiotika, Analgetika, Medikamenten gegen bronchiale Effekte und Hauterkrankungen auch Instrumente für die kleine Chirurgie wie Skalpelle, Pinzetten und Verbandsmaterial. Des Weiteren spendet Apotheker Helfen 500 Packungen Babynahrung. »Aufgrund der vielen traumatischen Ereignisse bleibt bei den Müttern die Milch aus«, erklärt Gensthaler weiter. Aus dem gleichen Grund seien Inkontinenzartikel mit an Bord – nicht für ältere Menschen, sondern für Kinder. Viele von ihnen seien angesichts der erlebten Verfolgung und Gräueltaten wieder Bettnässer.

 

LOG hatte bereits im Herbst letzten Jahres zwei Hilfsflüge für die notleidenden Menschen in den Flüchtlingslagern durchgeführt. Zum Gelingen des dritten und vierten Hilfsflugs haben neben dem Auswärtigen Amt und Apotheker Helfen unter anderem die Fraport AG, Turkish Airlines, Airbus Corporate Foundation, EADS Türkei sowie viele deutsche Unternehmen beigetragen­. /

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