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Diagnostika

Gute Laune trotz Flaute

22.02.2017
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Von Jennifer Evans / Der Gesamtmarkt der Diagnostika-Industrie in Deutschland geht von einem leichten Plus von 0,1 bis 0,2 Prozent für das Jahr 2016 aus. Das teilte Matthias Borst, Vorstandsvorsitzender des Verbands der Diagnostica-Industrie (VDGH), vergangene Woche in Berlin mit.

 

In ganz Europa stagniere der Markt. So gesehen sei der Verband »immer noch gut gelaunt«. Deutschland liege im EU-weiten Trend, sagte Borst. Das verhaltene Wachstum des Vorjahres komme zustande, weil die Labordiagnostik um 2,2 Prozent gestiegen sei, die Schnelltests aber ein Minus von 3,5 Prozent zu verzeichnen hatten. »Dementsprechend erwarten knapp 57 Prozent unserer Mitgliedsunternehmen für 2017 eine Stagnation«, so Borst. Auch die Umsatzerwartungen für 2017 seien mit 63,3 Prozent deutlich zurückhaltender als 2016 (82 Prozent). Dennoch wollen laut VDGH-Auswertungen, für die dem Verband zugehörige Hersteller von In-vitro-Diagnostika (IVD) befragt wurden, 61 Prozent in Forschung mehr investieren (2016: 41 Prozent). Insgesamt fließen über 10 Prozent der branchenweiten Umsätze in Forschung und Entwicklung. »Damit belegen wir Platz zwei, gleich hinter der Pharmaindustrie mit knapp 14 Prozent«, so der VDGH-Chef. Bemerkenswert sei, dass über 18 Prozent der Unternehmen ihren Personalstand 2017 leicht verringern wollten. »Eine solche Entwicklung ist neu.« Ein weiteres Problem bleibe 2017 der Fachkräftemangel in Bereichen wie Verkauf, Marketing und Kundendienst. Dies beklagten fast zwei Drittel der Befragten.

 

Aufgrund eines neuen europäischen Rechtrahmens seien ab Frühsommer 2017 zudem die Bedingungen für die ­Labordiagnostik erschwert, betonte Borst. Dann wird die sogenannte IVD-Verordnung in Kraft treten, die das Inverkehrbringen von IVD regelt und verschärfte Anforderungen an Hersteller von Labortest und -geräten enthält. »Viele Produkte müssen aus ökonomischer Sicht dann wahrscheinlich vom Markt genommen werden.« /

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