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16.02.2016
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... Streptomyces die Mikrobe des Jahres ist?

Annette Mende / »Gewinnung aus Streptomyces-Arten« – wie oft hat man diese Herkunftsbezeichnung im Pharmaziestudium nicht gelernt? Angesichts der Vielfalt der aus Streptomyces gewonnenen Wirkstoffe drängte sich irgendwann die Frage auf, was diese Bakterien denn eigentlich nicht synthetisieren können. Die Vielseitigkeit von Streptomyces, aber sicher auch die Nützlichkeit vieler aus ihnen gewonnener Substanzen hat jetzt die Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM) dazu bewogen, die Bakteriengattung als »Mikrobe des Jahres 2016« auszuzeichnen. Welche Lebewesen aus dem Reich der Einzeller, Pilze und Algen die härtesten Konkurrenten im Kampf um diesen Titel waren, ist nicht bekannt.

 

Als »Nobelpreisträger und Recycling-Profi« bezeichnet die VAAM ihren Preisträger und weist damit darauf hin, dass die Bakterien für den enzymatischen Abbau komplexer organischer Stoffe wie Cellulose und Chitin und somit für die Bildung von Kompost und Humus unentbehrlich sind. Zudem sei bereits zwei Mal der Nobelpreis für Medizin an Forscher vergeben worden, die aus Streptomyces Arzneistoffe isolierten: 1952 an Selman Abraham Waksman für die Entdeckung des Antibiotikums Streptomycin und erst im vergangenen Jahr an William Cecil Campbell für die Entdeckung von Avermectin, dessen Weiterentwicklung Ivermectin zur Behandlung von Wurminfektionen eingesetzt wird. Darüber hinaus sind zahlreiche weitere Antibiotika, Fungizide, Antiparasitika und Zytostatika aus den bodenbewohnenden Bakterien isoliert worden. Und aktuelle Studien lassen vermuten, so die VAAM, dass noch viele bislang unbekannte Schätze aus Streptomyceten in den nächsten Jahren gehoben werden können. Auch für kommende Generationen von Pharmaziestudenten wird die »Gewinnung aus Streptomyces-Arten« also ein feststehender Begriff bleiben. /

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