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Uni Frankfurt

Feierstunde für die Absolventen

16.02.2010
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Von Elke Wolf, Frankfurt am Main / Das Zweite Staatsexamen ist geschafft, das Praktische Jahr hat gerade begonnen. 40 Pharmazieabsolventen der Uni Frankfurt bekamen ihre Zeugnisse im Rahmen einer akademischen Feier überreicht.

»Sie haben allen Grund, stolz zu sein auf die Leistungen, die Sie in den vergangenen Jahren erbracht haben«, beglückwünschte der Vizepräsident der Uni Frankfurt am Main, Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, die Berufsanfänger. »Sie haben studiert in einem Fachbereich, der eine der Visitenkarten dieser Universität ist.«

Das betreffe einerseits seine Leistungen in der Forschung, aber auch in der Lehre. »Wir haben heute das große Vergnügen, einer besonderen Preisverleihung beizuwohnen, nämlich der des "Professor des Jahres" für Professor Dr. Theo Dingermann. Es gibt kein besseres Gütesiegel für die Lehrqualität einer Universität, wenn eine unabhängige Kommission aus einer Hundertschaft von Kandidaten einen auswählt und ihn mit diesem Prädikat auszeichnet (siehe Kasten).«

 

Dass der Frankfurter Fachbereich Pharmazie, Chemie und Biochemie auch in der Forschung gut aufgestellt ist, konnte der Dekan desselbigen, Professor Dr. Dieter Steinhilber, in seinem Grußwort untermauern. »Sie haben an einer Universität studiert, die im internationalen Vergleich einen Spitzenplatz einnimmt.« In der Tat: Im aktuellen Forschungsranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) ist die Frankfurter Pharmazie die forschungsstärkste der ganzen Republik.

Anschließend überreichte Professor Dr. Rolf Marschalek im Beisein von Eltern, Verwandten und Freunden den frischgebackenen Ex-Studenten ihre Urkunden des Zweiten Prüfungsabschnitts. »Devotes Handeln zahlt sich nicht unbedingt aus«, gab er seinen ehemaligen Schützlingen mit auf den Weg. »Zeigen Sie lieber Rückgrat, seien Sie selbstbewusst und kreativ. Haben Sie keine Angst vor Rückschlägen. Und wenden Sie Ihr Wissen an, das Sie hier gelernt haben.«

 

Anne Heidingsfeld bedankte sich stellvertretend für alle Absolventen bei den Angehörigen und Freunden für den seelischen Beistand während der vergangenen Semester. In ihrer Rede skizzierte sie den Pharmazeutenalltag als eher unspektakulär und arbeitsreich, »da man sich eigentlich immer in Vorbereitungen auf irgendwelche Antritts-, Zwischen- oder Abschlussklausuren befindet«. Und das, obwohl der Durchschnitts-Pharmaziestudent morgens in Vorlesungen oder Seminaren sitzt, mittags mit Laborarbeit beschäftigt ist und abends Vorlesungen nach- oder Referate vorbereitet. Als Highlights erinnerte sie an den einwöchigen Meran-Aufenthalt des achten Semesters anlässlich des Pharmacons, die legendäre und alle Semester wiederkehrende Kittelverbrennung, das Apfelweinfest und das Fertigarzneimittelseminar über neurologische Erkrankungen. »Wir glauben, eine solide Grundlage erhalten zu haben, um mit Zuversicht in die Zukunft schauen zu ­können.«

 

Und noch ein Programmpunkt bereicherte die abendliche Feierstunde. Elisabeth Dornbusch, aus dem österreichischen Aigen angereist, bekam die Carl-Mannich-Medaille der Alumni und Freunde der Pharmazeutischen Institute der Universität Frankfurt verliehen. Otto Quintus Russe, Vorsitzender der Ehemaligen-Vereinigung, ehrte damit »das Herz und die Seele der Frankfurter Sommer- und Winterschule in Österreich«. Als Wirtin des Putterer Schlössels lässt sie es den Pharmaziestudenten, die Semester für Semester bei ihr in der Sommer- und Winterschule Quartier beziehen, an nichts fehlen. Aigen sei zu einer Art Außenstelle der Frankfurter Pharmazie geworden. Im Hörsaal kam fast Stadionatmosphäre auf, als Studenten ein Transparent mit Dankesworten ausrollten.

 

Besinnlich-nachdenklich wurde es dann im Festvortrag von Professor Dr. Matthias Lutz-Bachmann. Der Vizepräsident der Universität Frankfurt philosophierte über die »Verantwortung der Wissenschaftler«. / 

Professor des Jahres

Dass Professor Dr. Theo Dingermann eine ganz besondere Auszeichnung zuteil wurde, ist seit einigen Wochen bekannt. Während der akademischen Feier erhielt er die dazu gehörende Statue mit Urkunde: Dingermann wurde »Professor des Jahres«, eine Auszeichnung, die das Magazin »Unicum Beruf« und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG vergibt. Dabei werden Professoren ausgezeichnet, die sich vorbildlich für die berufliche Zukunft ihrer Studenten einsetzen. Dieses Jahr wurden rund 700 Hochschullehrer verschiedener Fachrichtungen von Kollegen, Studenten und Arbeitgebern nominiert. In der Fachrichtung Naturwissenschaften und Medizin wählte eine namhafte Jury Dingermann als Preisträger aus.

 

Ein Mitglied der Preisjury, Professor Dr.  Klaus Landfried, ließ es sich nicht nehmen, die Laudatio für den Professor des Jahres aus Frankfurt zu halten. Bekannt für seine spritzige Art, Vorträge zu halten, enttäuschte er das Auditorium nicht. »Goethe, der den Universitäten seiner Zeit gegenüber eher reserviert war, würde sich mit freuen, weil er das lebendige Wirken dieses über sein engeres Fach weit hinaus tätigen Gelehrten Dingermann bewundert hätte«, sagte der langjährige Präsident der Hochschulrektorenkonferenz.

 

Dingermann beherrsche meisterhaft die Kunst der didaktischen Kommunikation nach dem »Gegenstrom-Prinzip«, also im Dialog. Sein Ziel dabei sei stets das auf solidem Wissen gründende eigene Urteil der Studenten. Und: »Er liebt diese Aufgabe.« Er sei ein Kümmerer, der mit innovativen, modernen Lehrmethoden wie TED-Geräten oder Internet- und Intranet-Kommunikation versucht, die Studenten für die Pharmazie zu begeistern. »Außerdem veröffentlicht er nicht nur streng fachwissenschaftliche Beiträge, sondern übersetzt sein Wissen und Können in die Sprache des Alltags der Bürger. Auch Politiker verstehen ihn und fragen ihn um Rat«, skizzierte er die besonderen Fähigkeiten des Hochschullehrers.

 

Landfried forderte eine neue Lernkultur an den Universitäten: »Lernen statt Belehrung!« Der Preisträger sei leuchtendes Beispiel für diese Art der Wissensvermittlung.

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