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Geschmacksmaskierung

»Du sollst schlucken, nicht spucken!«

08.04.2008  17:22 Uhr

Pharmacon Davos 2008

Geschmacksmaskierung: »Du sollst schlucken, nicht spucken!«

 

Vor allem Kleinkinder verschmähen Arzneimittel mit bitterem Geschmack. In der Evolution mag dies ein wichtiger Selektionsvorteil gewesen sein, weil viele giftige Alkaloide aus dem Pflanzenreich vom Menschen als bitter empfunden werden. Heute stellt sich jedoch für viele Eltern das Problem, ihre Kinder dazu zu bringen, die bittere Arznei zu schlucken.

 

Während bei festen Darreichungsformen die Geschmacksmaskierung meistens leicht durch einen funktionellen Überzug erreicht werden kann, ist die Optimierung des Geschmacks bei flüssigen Arzneiformen häufig eine Herausforderung, sagte Professor Dr. Jörg Breitkreutz, Düsseldorf. Vor allem, aber nicht nur bei Kindern, die flüssige Arzneiformen wegen der besseren Schluckbarkeit bevorzugen, ist der angenehme Geschmack des Arzneimittels der Schlüssel zur Therapietreue, fügte der Apotheker hinzu.

 

Im Rahmen seines Vortrages erklärte Breitkreutz mit welchen galenischen Tricks die pharmazeutischen Technologen den Geschmack flüssiger Arzneizubereitungen verbessern.

 

Unter anderem informierte Breitkreutz, dass durch den Zusatz geeigneter Süßungsmittel der bittere oder auch der salzigen Geschmack von Arzneistoffen maskiert werden kann. Seiner Arbeitsgruppe gelang es zum Beispiel vor Kurzem durch den Zusatz von Natriumcyclamat, Aspartam und Acesulfam-Kalium den salzigen Geschmack von Glucose-Elektrolyt-Mischungen zur Rehydratation bei Diarrhö vollständig zu überdecken. Einen detaillierten Überblick über weitere Tricks der Technologen finden Sie im Titelbeitrag der PZ 06/08: Geschmacksmaskierung: Bittere Arzneistoffe gut kaschiert.

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