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Sägepalme nicht besser als Placebo

14.02.2006  11:32 Uhr

Sägepalme nicht besser als Placebo

von Conny Becker, Berlin

 

Eine amerikanische Studie stellt den Effekt von Sägepalm-Extrakt bei benigner Prostatahyperplasie infrage. Das getestete Phytopharmakon wirkte nicht besser als Placebo.

 

Stephen Bent und sein Team von der Universität von Kalifornien in San Francisco randomisierten für die kontrollierte Doppelblindstudie 225 Männer, die älter als 49 Jahre waren und moderate bis schwere Symptome der benignen Prostatahyperplasie aufwiesen. Die Patienten erhielten über ein Jahr entweder zweimal täglich 160 mg Sägepalmextrakt oder Placebo. Primärer Endpunkt war die Veränderung des AUASI-Wertes (Symptom-Index der amerikanischen urologischen Gesellschaft) sowie die maximale Urinflussrate.

 

Wie die Wissenschaftler im New England Journal of Medicine (354 (2006) 557-566) berichteten, gab es weder bei den beiden primären Endpunkten signifikante Unterschiede noch bei den sekundär untersuchten Parametern wie Prostatagröße, Residualvolumen nach Entleerung, Lebensqualität oder Serum-PSA-Level (prostataspezifisches Antigen). Auch die Rate unerwünschter Wirkungen lag auf gleichem Niveau. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass der von ihnen getestete Extrakt BPH-Beschwerden nicht lindern kann. In Deutschland sind Sabal-Präparate nur bei milden bis moderaten Symptomen zugelassen.

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