Pharmazeutische Zeitung online
Rabattverträge

Kassen verschweigen Einnahmen

09.02.2010  17:38 Uhr

PZ / Durch Arzneimittelrabattverträge erzielen Kassen Einsparungen in Milliardenhöhe. Wohin diese Gelder fließen, ist unklar, kritisiert der Deutsche Apothekerverband (DAV). Von den Kassen fordert er Transparenz.

»Die Kassen verheimlichen ihren Versicherten eine Milliarden-Einsparung«, sagte der Vorsitzende des DAV, Fritz Becker, in der »Bild-Zeitung«. »Mit diesem Geld könnten Millionen von Versicherten entlastet werden, die jetzt von Zusatzbeiträgen bedroht sind.« Nach Schätzungen des DAV sparen die Krankenkassen jährlich deutlich mehr als eine Milliarde Euro ein. »Wir befürchten, damit werden steigende Verwaltungsausgaben gegenfinanziert«, sagt Becker.

Auch Peter Schmidt, Geschäftsführer des Branchenverbandes Progenerika, kritisierte die Intransparenz im Rabattvertragsgeschäft. »Niemand weiß, wie viel die Gesetzliche Krankenversicherung tatsächlich durch Rabattverträge einspart.« Das sei ein wohl gehütetes Geheimnis jeder einzelnen Kasse. Die Bilanzen müssten dabei endlich offengelegt werden, forderte Schmidt.

 

Kassen streiten ab

 

Der Verband der Ersatzkassen (vdek) wies diese Vorwürfe erwartungsgemäß entschieden zurück. »Hier findet keine Geheimhaltung von Einnahmen aus Rabattverträgen mit pharmazeutischen Unternehmen statt«, erklärte der Vorstandsvorsitzende Thomas Ballast. Diese Einnahmen würden veröffentlicht und hätten zuletzt 310 Millionen Euro betragen. »Ohne diese Einsparungen würde die finanzielle Situation innerhalb der GKV noch viel dramatischer sein«, so Ballast weiter. Der GKV-Spitzenverband teilt diese Ansicht. Viele Kassen hätten ohne die Ersparnisse durch die Rabattverträge vermutlich schon im letzten Jahr Zusatzbeiträge erheben müssen, sagte Sprecherin Ann Marini. / 

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