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Versorgung von Armen optimieren

06.02.2007
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Versorgung von Armen optimieren

PZ / Mit einem Pilotversuch im Rahmen der Vesperkirche starten die Schwäbische Tafel und der Pharmagroßhandel Gehe gemeinsam mit Ärzten und Apothekern des Raumes Stuttgart ein Projekt zur verbilligten Versorgung verarmter Menschen mit rezeptfreien Arzneimitteln. Hierzu wurde eine Vereinbarung getroffen.

 

Martin Friz, Diakoniepfarrer und Vorsitzender der Schwäbischen Tafel Stuttgart, hatte lange nach Möglichkeiten und Wegen gesucht, nicht verschreibungspflichtige Medikamente auch für arme Bevölkerungsschichten bezahlbar zu machen. Jetzt ermöglicht Gehe den Kunden der Schwäbischen Tafel, diese Arzneimittel im Rahmen der Vesperkirche mit 25 Prozent Rabatt zu beziehen und fördert das Projekt darüber hinaus mit Nahrungsergänzungsmitteln der Marke »gesund leben«. Ziel des Modells sei es, Erfahrungen zu sammeln, weitere Sponsoren zu gewinnen und langfristig eine Reduzierung auf 50 Prozent des Normalpreises zu erreichen, so Martin Friz.

 

Das Pilotprojekt läuft ab dem 2. Februar in der Ambulanz der Vesperkirche. Es ist geplant, das Modell weiterzuführen, wenn der Versuch erfolgreich verläuft und weitere Partner gefunden werden. Hintergrund für die Überlegungen von Martin Friz war die harte Alltagsrealität: Die Kosten für verschreibungspflichtige Medikamente müssen Patienten in Höhe von 2 Prozent ihres Jahreseinkommens selbst übernehmen; erst wer darüber liegt, wird freigestellt. Bei verarmten Menschen mache dieser Eigenanteil rund 75 Euro im Jahr aus, so Friz. »Diese Selbstbeteiligung und die Praxisgebühr aufzubringen, ist für Menschen, die von 345 Euro im Monat leben müssen, schwierig genug.« Dazu kommt: Nicht verschreibungspflichtige Medikamente müssen immer selbst bezahlt werden. »Deshalb treten noch größere Probleme für diese Menschen auf«, sagt Friz und verweist auf tägliche Situationen in Apotheken.

 

Der Vorsitzende der Gehe-Geschäftsführung, André Blümel, zu den Motiven seines Unternehmens: »Als sozial verpflichtetes Stuttgarter Unternehmen haben wir uns sofort entschlossen, Martin Friz zu unterstützen. Jenseits der Verantwortung für sich selbst darf Gesundheit kein Privileg für Begüterte sein. Notwendige Arzneimittel müssen sich in unserem Land alle Menschen leisten können.«

 

Mit dem Projekt soll verarmten Menschen nun ein Stück weit geholfen werden. Die Stuttgarter Ärzteschaft erhält dazu eine Liste mit rund 20 Wirkstoffen und den entsprechenden Produkten, die mit einem so genannten »Grünen Rezept« über am Modell beteiligte Apotheken verbilligt abgegeben werden. Das Rezept wird im Laden der Schwäbischen Tafel in der Hauptstätter Straße mit einem speziellen Stempel versehen, nachdem dort überprüft wurde, ob der Patient im Besitz einer Bonuskarte der Stadt Stuttgart ist. Diese Karte berechtigt zum Einkaufen in den Stuttgarter Tafelläden. Die Patienten können danach eine am Modell beteiligte Apotheke auswählen und erhalten dort das Medikament zum reduzierten Preis.

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