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Sonnenschutz

Es darf ein bisschen mehr sein

31.01.2012
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Von Annette Mende / Sonnenschutz ist nicht nur am Badestrand wichtig, sondern auch auf der Skipiste. Nur die Hälfte der Wintersportler verwendet dafür allerdings Sonnencreme mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor. Auch bei der Umsetzung weiterer Sonnenschutz-Empfehlungen hapert es erheblich.

Die Sonne strahlt, die Schneeverhältnisse sind gut – welchen Skifahrer zieht es da nicht magisch auf die Piste? Mit langem Eincremen davor hält sich niemand gerne auf, zumal viele Sonnenschutzmittel einen unangenehm klebrigen Film auf der Haut hinterlassen. Der Sonnenschutz ist aber gerade beim Wintersport extrem wichtig, da die UV-Belastung vor allem in hoch gelegenen Skigebieten gefährlich stark sein kann und zusätzlich ein Großteil der UV-Strahlung vom Schnee reflektiert wird.

Um Sonnenbränden vorzubeugen und das Risiko zu minimieren, später an Hautkrebs zu erkranken, sollten Skifahrer daher alle unbedeckten Hautpar­tien mit Sonnenschutzmitteln eincremen. Diese sollten einen Lichtschutzfaktor (LSF) von mindestens 15 haben und spätestens eine halbe Stunde vor dem Aufenthalt im Freien sowie währenddessen alle zwei Stunden erneut aufgetragen werden. Alle diese Empfehlungen beherzigt jedoch so gut wie niemand, schreibt ein US-amerikanisches Autorenteam im »Journal of the American Academy of Dermatology« (doi: 10.1016/j.jaad.2010.11.044).

 

So ergab die Befragung von mehr als 4800 erwachsenen Ski- und Snowboardfahrern in nordamerikanischen Skigebieten, dass nur jeder Zweite Sonnencreme mit LSF 15 oder mehr verwendete. Von denen, die sich eincremten, taten das immerhin fast drei Viertel rechtzeitig, also 30 Minuten vor Sonnenexposition. Nur jeder Fünfte dachte jedoch auch daran, den Schutz bei längerem Aufenthalt im Freien regelmäßig alle zwei Stunden aufzufrischen. Insgesamt befolgte nur eine Minderheit von 4,4 Prozent der Befragten alle Empfehlungen zum Sonnenschutz.

 

Wintersportler sollten daher vor allem dazu angehalten werden, sich tagsüber alle zwei Stunden erneut einzucremen, folgern die Autoren. Für die Aufrechterhaltung des Schutzeffekts ist das wichtig, da die Sonnencreme beim Skifahren häufig durch Schweiß oder Reibung der Haut an der Kleidung abgetragen wird. Zudem zeige die Erfahrung, dass viele Menschen zum Eincremen nicht genügend Sonnenschutzmittel verwenden, um das als klebrig empfundene resultierende Hautgefühl zu vermeiden. Dieses Defizit könne durch ein erneutes Auftragen des Sonnenschutzmittels zumindest teilweise ausgeglichen werden. / 

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