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17.01.2012  15:30 Uhr

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HIV: Neuer Wirkstoff einzeln und in Kombi

 

PZ / Ab dem 15. Januar sind Präparate mit dem neuen Wirkstoff Rilpivirin im deutschen Handel. Der HIV-Wirkstoff gehört zur Gruppe der nicht nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTI). Rilpivirin (Edurant® 25 Milligramm Filmtabletten, Janssen-Cilag) ist in Kombination mit anderen antiviralen Wirkstoffen für die Behandlung von HIV-1-Infektionen bei antiretroviral nicht vorbehandelten Erwachsenen mit einer Viruslast von maximal 100 000 RNA-Kopien pro Milliliter vorgesehen. Der neue NNRTI ist auch in dem ebenfalls ab dem 15. Januar verfügbaren Präparat Eviplera® von Gilead Sciences enthalten. Dieses Kombinationspräparat enthält 200 Milligramm Emtricitabin, 25 Milligramm Rilpivirin und 245 Milligramm Tenofovir. Damit wird es nun auch für therapienaive HIV-Patienten möglich sein, nur eine Tablette pro Tag einnehmen zu müssen. Bisher war Atripla® mit den Wirkstoffen Efavirenz, Emtricitabin und Tenofovir das einzige Präparat in Deutschland, das ein sogenanntes Single-Tablet-Regimen möglich gemacht hat. Allerdings ist Atripla, obwohl die Einzelsubstanzen als erste Wahl empfohlen werden, nicht für die ersten Monate nach Therapiestart zugelassen, sondern erst, wenn die Viruslast für drei Monate unter der Nachweisgrenze liegt.

 

Typ-2-Diabetes: Statine als Ursache?

 

PZ / Frauen haben ein erhöhtes Risiko, Typ-2-Diabetikerinnen zu werden, wenn sie ein Statin einnehmen. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest die Arbeitsgruppe um Apothekerin Annie L. Culver an der Mayo Clinic im US-amerikanischen Rochester. Wie die Wissenschaftler in «Archives of Internal Medicine» berichten, werteten sie die Daten von mehr als 153 000 postmenopausalen Frauen aus der Women‹s Health Initiative aus. Zu Beginn der Studie war keine dieser Frauen zuckerkrank. Gut 7 Prozent nahmen jedoch einen Cholesterol-Senker aus der Klasse der Statine ein. Im Verlauf des dreijährigen Untersuchungszeitraums erkrankten mehr als 10 000 Frauen an Typ-2-Diabetes. Das Risiko dafür war bei den Statin-Anwenderinnen um 71 Prozent erhöht. Selbst wenn die Forscher andere mögliche Einflussfaktoren wie Alter, ethnischen Hintergrund und Body-Mass-Index berücksichtigten, bestand noch immer ein um 48 Prozent erhöhtes Risiko. Wie die Studienautoren schreiben, handelt es sich um einen Klasseneffekt der Statine. Eine schlüssige Erklärung für diesen möglichen Zusammenhang haben die Forscher nicht.

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