Pharmazeutische Zeitung online

Sicherheit durch Schlaganfall-Patienten-Pass

17.01.2006  16:56 Uhr

Sicherheit durch Schlaganfall-Patienten-Pass

 

PZ  Viele Schlaganfall-Betroffene leben in sozialer Isolation: Aus Angst vor einem erneuten Schlaganfall verlassen sie kaum allein ihre Wohnung.

 

Um dieser Angst entgegenzuwirken, hat die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe einen Schlaganfall-Patienten-Pass entwickelt, der die wichtigsten Daten für die Notfallversorgung enthält. Die Betroffenen sollen sich mit dem Pass sicherer fühlen. Sie sollen sich trauen, wieder aktiver am Leben teilzunehmen.

 

Auf dem Pass sind medizinische Diagnose, aktuelle Medikation, der Name des behandelnden Krankenhauses und andere wichtige Daten für eine kompakte Erstinformation von Notarzt und Rettungsdienst dokumentiert. Damit hilft dieser Pass, Ängste abzubauen. Denn viele Betroffene fürchten, dass bei einem zweiten Schlaganfall der Notdienst nicht schnell genug die Dramatik der Situation erkennt und eventuell falsche Erstmaßnahmen einleitet.

 

Außerdem kann das Dokument im Brieftaschenformat bei einem »normalen« Arztbesuch eine gute Gedächtnishilfe für die Betroffenen sein. Es kann die Diagnosestellung des Arztes erleichtern - vor allem, wenn die Betroffenen unter Sprachstörungen leiden.

 

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe erstellt den Pass nach den Angaben der Auftraggeber. Informationen zum Verfahren erteilt das Service- und Beratungszentrum der Stiftung unter der Telefonnummer (01805) 093093 (0,12 Euro/Min.). Die Erstellung des Passes kostet 10 Euro, seine Aktualisierung bei Datenänderungen 5 Euro.

 

Jedes Jahr erleiden rund 200.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Die Wahrscheinlichkeit nach einem ersten Schlaganfall einen zweiten zu erleiden ist hoch. Studien haben ergeben, dass sie nach drei Jahren bei bis zu 25 Prozent liegt.

Mehr von Avoxa