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Rezepte aus Online-Praxen

ABDA lobt geplantes Abgabeverbot

13.01.2016  09:37 Uhr

Von Stephanie Schersch / Die Apotheker begrüßen die geplante Vorschrift, nach der Patienten Rezepte aus Online-­Praxen in deutschen Apotheken künftig nicht mehr einlösen können. »So werden Geschäftskonzepte vereitelt, die unter Ausnutzung europäischer Sonderreglungen das Patientenwohl gefährden«, sagte ABDA-Präsident Friedemann Schmidt.

In Zukunft dürfen Apotheker verordnete Arzneimittel nur dann abgeben, wenn der Arzt den Patienten zuvor persönlich gesehen und untersucht hat. So steht es im Entwurf für das sogenannte Vierte Gesetz zur Änderung arzneimittelrechtlicher und anderer Vorschriften. Eine Behandlung über das Internet oder am Telefon reicht demnach nicht aus.

In einem Punkt drängt die ABDA allerdings auf eine Klarstellung. Schließlich lege der Gesetzentwurf bislang nicht fest, anhand welcher Merkmale der Apotheker eindeutig erkennen könne, dass es sich um eine Verschreibung ohne persönlichen Kontakt handelt, heißt es in einer Stellungnahme. Die Bundesvereinigung schlägt daher eine Auflistung verschiedener Beispiele vor, an denen sich die Apotheker orientieren können.

 

Bessere Vergütung

 

Darüber hinaus hoffen die Apotheker, in der geplanten Novelle auch eine bessere Vergütung ihrer Arbeit verankern zu können. Handlungsbedarf sehen sie an verschiedenen Stellen (lesen Sie dazu auch 2016: Letzte Chance auf ein Vergütungsplus). Nach Meinung der ABDA muss das Fixhonorar jährlich überprüft und angepasst werden, das Apotheker bei Abgabe rezeptpflichtiger Fertigarzneimittel bekommen. Da­rüber hinaus fordert sie, das Fixum auch auf die Rezeptur auszudehnen. Für die besonderen Pflichten bei Abgabe von Betäubungsmitteln erhalten Apotheker heute 26 Cent. Die ABDA hält eine Gebühr von 2,91 Euro für angemessen, ein Zuschlag, der demnach auch für andere Arzneimittel mit besonderem Dokumentationsaufwand gelten soll. Zudem drängen die Apotheker darauf, den Festzuschlag zur Finanzierung der Notdienstpauschale von 16 Cent auf 20 Cent zu erhöhen.

 

Um eine sichere Arzneimittelversorgung auch in Zukunft gewährleisten zu können, sieht die ABDA die Politik auch an anderer Stelle in der Pflicht. So müsse endlich die Importquote wegfallen. Mit Blick auf den Verbraucherschutz muss nach Meinung der Apotheker darüber hinaus der Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln eingedämmt werden. /

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