Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

MS Wissenschaft
-
Auf Kreuzfahrt mit moderner Medizin

Antibiotikaresistenzen, CAR-T-Zell-Therapie, Herzpflaster – an Bord der MS Wissenschaft gibt es ein ganzes Buffet voll Zukunftsmedizin zu entdecken. Das Ausstellungsschiff hat gerade seine Tour durch Deutschland gestartet.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 08.05.2026  15:30 Uhr

An Bord bekommen die Besucherinnen und Besucher Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte und deren mögliche Anwendungen im klinischen Alltag. Die MS Wissenschaft tourt nun durch 36 Städte in Deutschland, Polen und Österreich. Anlass ist das »Wissenschaftsjahr 2026 – Medizin der Zukunft«.

Unter anderem informiert das Schiff über die CAR-T-Zell-Therapie. Dabei entnehmen Ärztinnen und Ärzte T-Zellen aus dem Blut, um sie genetisch zu verändern. Im Labor erhalten diese Zellen einen Rezeptor, der Krebszellen aufspüren kann. Anschließend kommen die veränderten T-Zellen zurück in den Körper.

Auch die Suche nach neuen Antibiotika spielt eine Rolle. Forschende analysieren dafür Myxobakterien. Diese Mikroorganismen produzieren Naturstoffe mit antibakterieller Wirkung, um andere Bakterien anzugreifen. Die Ausstellung zeigt, wie dieselben Moleküle möglicherweise gegen resistente Erreger beim Menschen kämpfen könnten. Aufgegriffen wird auch das Konzept der »Magic Bullet«, eine Arznei, die auf Krankheitserreger wirkt und dabei dem menschlichen Körper nicht schadet. Moderne Computeranalysen und automatisierte Tests helfen dabei, gezielt Angriffspunkte gegen Krankheitserreger zu finden.

Bedeutung menschlicher Begegnung

Ein weiteres Thema ist das Herz, das etwa 100.000-mal am Tag schlägt. Wenn es zu schwach ist, könnte bald ein Herzpflaster Abhilfe schaffen, das aktuell aus 40 Millionen lebenden Zellen besteht. Mehr als 25 Jahre lang dauerte die Entwicklung.

Andere Stationen beschäftigen sich mit dem Einfluss von Erwartungen, Lebensstil und sozialer Isolation auf die Gesundheit. Die Wissenschaft untersucht, wie Hoffnung, Zuversicht und Kommunikation den Verlauf von Therapien beeinflussen. Oder wie Stress, Bewegungsmangel und Schlafdefizit chronische Entzündungen – die sogenannte Metaflammation – und damit Zivilisationskrankheiten fördern können.

Der KI-basierte Gesprächspartner »Elderbot« richtet sich an Menschen ab 60 Jahren. Es hört zu, stellt Fragen und soll soziale Kontakte fördern. Gleichzeitig thematisiert die Ausstellung die Grenzen digitaler Unterstützung und die Bedeutung menschlicher Begegnungen.

In der interaktiven Ausstellung können Besucherinnen und Besucher mit unterschiedlichen Zelltypen agieren. / © Wissenschaft im Dialog/Ilja C. Hendel
So beeinflussen Erwartungen die Therapie. / © PZ/Evans
Eine gute Kommunikation hat viel Einfluss auf Adhärenz – hinter jedem Hörer formuliert ein Heilberufler anders. / © PZ/Evans
Die Geschichte der Kontaktlinse nimmt eine spannende Wendung. / © PZ/Evans
Richtig snacken – was tut dem Körper gut und was nicht? / © PZ/Evans
Richtig andocken – welches Protein kann wo docken? / © PZ/Evans
Mehr von Avoxa