| Jennifer Evans |
| 08.05.2026 15:30 Uhr |
In Berlin hat die MS Wissenschaft zuerst angelegt. Von dort aus schippert sie nun durch 36 Städte in Deutschland, Polen und Österreich. / © Wissenschaft im Dialog/Ilja C. Hendel
An Bord bekommen die Besucherinnen und Besucher Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte und deren mögliche Anwendungen im klinischen Alltag. Die MS Wissenschaft tourt nun durch 36 Städte in Deutschland, Polen und Österreich. Anlass ist das »Wissenschaftsjahr 2026 – Medizin der Zukunft«.
Unter anderem informiert das Schiff über die CAR-T-Zell-Therapie. Dabei entnehmen Ärztinnen und Ärzte T-Zellen aus dem Blut, um sie genetisch zu verändern. Im Labor erhalten diese Zellen einen Rezeptor, der Krebszellen aufspüren kann. Anschließend kommen die veränderten T-Zellen zurück in den Körper.
Auch die Suche nach neuen Antibiotika spielt eine Rolle. Forschende analysieren dafür Myxobakterien. Diese Mikroorganismen produzieren Naturstoffe mit antibakterieller Wirkung, um andere Bakterien anzugreifen. Die Ausstellung zeigt, wie dieselben Moleküle möglicherweise gegen resistente Erreger beim Menschen kämpfen könnten. Aufgegriffen wird auch das Konzept der »Magic Bullet«, eine Arznei, die auf Krankheitserreger wirkt und dabei dem menschlichen Körper nicht schadet. Moderne Computeranalysen und automatisierte Tests helfen dabei, gezielt Angriffspunkte gegen Krankheitserreger zu finden.
Ein weiteres Thema ist das Herz, das etwa 100.000-mal am Tag schlägt. Wenn es zu schwach ist, könnte bald ein Herzpflaster Abhilfe schaffen, das aktuell aus 40 Millionen lebenden Zellen besteht. Mehr als 25 Jahre lang dauerte die Entwicklung.
Andere Stationen beschäftigen sich mit dem Einfluss von Erwartungen, Lebensstil und sozialer Isolation auf die Gesundheit. Die Wissenschaft untersucht, wie Hoffnung, Zuversicht und Kommunikation den Verlauf von Therapien beeinflussen. Oder wie Stress, Bewegungsmangel und Schlafdefizit chronische Entzündungen – die sogenannte Metaflammation – und damit Zivilisationskrankheiten fördern können.
Der KI-basierte Gesprächspartner »Elderbot« richtet sich an Menschen ab 60 Jahren. Es hört zu, stellt Fragen und soll soziale Kontakte fördern. Gleichzeitig thematisiert die Ausstellung die Grenzen digitaler Unterstützung und die Bedeutung menschlicher Begegnungen.