| Lukas Brockfeld |
| 04.08.2026 13:30 Uhr |
Das britisch-schwedische Pharmaunternehmen AstraZeneca erwägt offenbar eine Fusion mit dem US-Konkurrenten Bristol-Myers Squibb. / © Imago/IP3press
Es wäre eines der größten Pharmaunternehmen der Welt: Nach übereinstimmenden Medienberichten führten die Pharmaunternehmen AstraZeneca und Bristol-Myers Squibb Gespräche über eine Fusion, an deren Ende ein Pharmariese mit einem Börsenwert von fast 400 Milliarden US-Dollar stünde. Aktuell ist unklar, ob die Gespräche noch anhalten. Zuerst berichteten die »Financial Times« und die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insiderinformationen über den möglichen Deal. Die Unternehmen haben sich bisher nicht offiziell geäußert.
Ob die Megafusion tatsächlich zustande kommt, hängt auch von den amerikanischen Kartellbehörden ab, deren Zustimmung laut Insidern noch ungewiss ist. Die USA bemühen sich unter Donald Trump stark um den Schutz einheimischer Unternehmen. Die Fusion würde dem britisch-schwedischen Unternehmen AstraZeneca deutlich mehr Einfluss auf den amerikanischen Arzneimittelmarkt verschaffen. Problematisch könnte auch werden, dass beide Pharmaunternehmen auf die Herstellung von Krebsmedikamenten spezialisiert sind und bei vielen Arzneimitteln miteinander konkurrieren.
Laut Analysten könnte eine Fusion insbesondere für Bristol-Myers Squibb attraktiv sein, da mehrere wichtige Patente des Unternehmens in den kommenden Jahren auslaufen. Der Zusammenschluss mit AstraZeneca könnte die drohenden Umsatzeinbußen kompensieren. AstraZeneca könnte durch den Deal wiederum seine Positionierung auf dem lukrativen US-Markt verbessern. Es gibt allerdings auch viele mahnende Stimmen von Wirtschaftsexperten, die vor finanziellen Einbußen und möglichen Innovationsrückständen warnen.
Die Anleger an der Börse scheinen die Skepsis zu teilen und reagieren bisher bestenfalls verhalten auf die Berichte. Die Aktie von AstraZeneca verlor in den vergangenen fünf Tagen mehr als 10 Prozent ihres Wertes. Die Wertpapiere von Bristol-Myers Squibb legten im gleichen Zeitraum um 2,9 Prozent zu.