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Nach Kritik

Astra-Zeneca korrigiert Daten aus Phase-III-Studie

Nachdem die US-Behörde NIAID öffentlich Zweifel an den von Astra-Zeneca publizierten Wirksamkeitsdaten aus einer Phase-III-Studie in den USA geäußert hat, lenkte das Unternehmen ein und korrigierte seine zuvor publizierten Daten leicht nach unten.
Theo Dingermann
25.03.2021  10:30 Uhr

Nach Zweifeln an einer groß angelegten US-Studie zur Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs von Astra-Zeneca hat das Pharmaunternehmen jetzt seine Angaben nach unten korrigiert. Allerdings nur ein bisschen: Ursprünglich hatte das Unternehmen vermeldet, dass gemäß einer Zwischenauswertung einer Phase-III-Studie in den USA der Impfstoff AZD1222 eine Wirksamkeit von 79 Prozent aufweise. Jetzt ist von 76 Prozent Wirksamkeit die Rede. Vor schweren Covid-19-Verläufen schützt der Impfstoff laut Angaben des Unternehmens zu 100 Prozent.

Die Mitteilung der Behörde kam einem Eklat gleich, denn abweichend von der üblichen Praxis wurden die Zweifel der Experten öffentlich geäußert. Die NIAID hatten angemahnt, es bestehe der Verdacht, dass veraltete Daten für die Kalkulationen verwendet worden seien. Daraufhin teilte Astra-Zeneca am Dienstag in einer Presseerklärung mit, dass man die vorläufige Bewertung der primären Analyse überprüft habe und bestätigen könne, dass die Ergebnisse mit der Zwischenanalyse übereinstimmten. Allerdings wolle man nun die Validierung der statistischen Analyse abschließen.

Leichte Korrekturen

Nun vermeldete das Unternehmen, dass für den primäre Endpunkt, die Wirksamkeit des Impfstoffs zur Verhinderung einer symptomatischen Covid-19-Infektion, eine Wirksamkeit von 76 Prozent bestimmt wurde. Diese Wirksamkeit ergebe sich 15 Tage oder mehr nach der Verabreichung von zwei Dosen im Abstand von vier Wochen.

Über alle Altersgruppen hinweg seien die Ergebnisse vergleichbar gewesen mit einer Wirksamkeit des Impfstoffs von 85 Prozent bei Erwachsenen ab 65 Jahren, so das Unternehmen. Der wichtige sekundäre Endpunkt, die Verhinderung von schweren oder kritischen Erkrankungen und Krankenhausaufenthalten, wurde auch nach der erneuten Auswertung mit 100 Prozent Wirksamkeit bestätigt. In der primären Analyse wurden acht Fälle von schwerem Covid-19 beobachtet; alle diese Fälle traten in der Placebogruppe auf.

Obwohl dies gegenüber den ursprünglich publizierten Daten nur eine kleine Korrektur zu sein scheint, reiht sich der aktuelle Fall nahtlos in das Kommunikationsdesaster ein, das diesen wichtigen Impfstoff von Beginn an begleitet hat.

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