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Versorgungsdaten

Asthma-Häufigkeit ist gestiegen

Immer mehr Menschen in Deutschland leiden an Asthma. Das zeigt eine Auswertung der Versorgungsdaten aller gesetzlich versicherten Personen aus den Jahren 2009 bis 2016. Vor allem bei Erwachsenen nahm die Erkrankungshäufigkeit in diesem Zeitraum deutlich zu, bei Kindern und Jugendlichen blieb sie dagegen nahezu konstant.
Annette Mende
14.12.2018
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Wie die Autoren um Dr. Manas K. Akmatov vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland im »Versorgungsatlas« berichten, lag die Diagnoseprävalenz für Asthma bei gesetzlich Versicherten 2016 bei 5,73 Prozent. Erwachsene waren mit 5,9 Prozent etwas häufiger betroffen als Kinder und Jugendliche mit 5,1 Prozent. Der zwischen 2009 und 2016 beobachtete Anstieg der Asthma-Häufigkeit ging hauptsächlich auf erwachsene Patienten zurück: Bei ihnen nahmen die Diagnosen in diesem Zeitraum um etwa 37 Prozent zu. Bei Kindern und Jugendlichen war dagegen nur ein leichter Anstieg um 4 Prozent zu verzeichnen.

Eine Erklärung für die auch in anderen Industrienationen beobachtete Zunahme der Asthma-Erkrankungen ist wahrscheinlich der Anstieg der Lebenserwartung. Bei Kindern wächst sich Asthma häufig wieder aus; etwa die Hälfte der Kinder mit Asthma sind als Erwachsene krankheitsfrei. Erkranken dagegen Erwachsene, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Persistenz höher, schreiben die Autoren.

In Großstädten lag der Anteil der wegen Asthma behandelten Versicherten um rund 25 Prozent höher als auf dem Land. Dies deckt sich mit der Beobachtung, dass Allergien in Städten generell häufiger sind. Neben der sogenannten Hygiene-Hypothese, der zufolge die stärkere Exposition gegenüber Allergenen auf dem Land das Immunsystem sozusagen abhärtet, spielen hier wahrscheinlich auch die Luftqualität sowie das höhere Stresslevel in Großstädten eine Rolle.

Abgesehen vom Stadt-Land-Gefälle gab es große Unterschiede zwischen einzelnen Kreisen. Der höchste Asthmatiker-Anteil lag bei 8,9 Prozent und wurde im Kreis Eisenach in Thüringen verzeichnet, der niedrigste mit 3,0 Prozent im Kreis Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg. Generell lagen die Asthmatiker-Anteile in den neuen Bundesländern jedoch meist niedriger als in den alten. Hier bestätigt die Studie frühere Untersuchungen.

DOI: 10.20364/VA-18.08

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