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Studie

»Arzneimittelinformation lohnt sich«

Ein Highlight durfte auch beim 7. Kongress für Arzneimittelinformation des Bundesverbands Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) nicht fehlen: die Top Paper Session. Dr. Dorothea Strobach stellte wie auch in den vergangenen Jahren die wichtigsten Publikationen zum Thema Arzneimittelinformation vor.
Kerstin A. Gräfe
09.02.2021  15:30 Uhr

Die Fachapothekerin für Klinische Pharmazie ging in ihrem Vortrag beim virtuellen ADKA-Kongress unter anderem auf eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2019 zu einer zentralen Fragestellung ein: Hat der Medicine Information (MI) Service aus der Apotheke einen klinischen Nutzen? Eine Einschränkung schickte Strobach vorweg: »Der Review hat ausschließlich englischsprachige Literatur hinzugezogen«. Der Fokus lag auf Artikeln, die ein Outcome von MI in irgendeiner Art und Weise gemessen haben. Diesbezüglich sichteten die Autoren die Literatur nach Aspekten wie: Welche Gebiete der MI sind eingeflossen? Wer waren die Adressaten (Arzt/Patient/Apotheker)? Wie lange war die Studiendauer? Und nicht zuletzt: Wie wurde der Impact ermittelt?

Insgesamt flossen im Zeitraum von 1968 bis 2019 zwanzig Studien in den Review ein. »Lediglich zwei Studien waren aus Deutschland«, konstatierte Strobach. 15 der Studien hatten sich auf medizinisches Personal fokussiert. Das Ergebnis: MI-Service aus der Apotheke hat einen positiven Effekt auf das klinische Outcome. In zwölf der Studien wurde untersucht, wie die Information im Detail genutzt wurde. Hier zeigte sich, dass in allen Studien ein großer Nutzens gesehen wurde. »Es wurde also selten ins Leere gesprochen«, so die Apothekerin. Als Methodik wurden in der Regel Surveys oder strukturierte Interviews verwendet.

Prinzipiell sei die Outcome-Messung mangels objektiver Parameter in diesem Bereich schwierig, sagte die Referentin. Die Review-Autoren hätten dementsprechend eine pragmatische Herangehensweise gewählt. Eine Alternative könnten Experten Panels oder Rating Scales sein. Diese bärgen aber die Gefahr einer positiven Verzerrung, da nicht in Erwägung gezogen werde, dass sich MI auch negativ auswirken könne. Strobachs Rat: sich die Vorgehensweise von medizinischen Bibliothekaren anzuschauen, da diese ähnliche Probleme hätten, ihren Input darzustellen. 

»Medicine Information aus der Apotheke hat einen positiven Effekt und das sollten wir auch kommunizieren«, resümierte die Referentin. In den Studien wurde gesehen, dass Ärzte auf Basis der Informationen sowohl unmittelbar für den einzelnen Pateinten handeln als auch generell, indem sie in ihrer Entscheidungsfindung unterstützt werden. »Medicine Information lohnt sich«, lautet das Fazit von Strobach. Wünschenswert wären in diesem Bereich mehr Studien aus Deutschland.

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