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Coronaviren
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Arzneimittel und Impfstoffe gesucht

An Medikamenten und Impfstoffen gegen das neue Coronavirus wird weltweit fieberhaft gearbeitet. Unter den Kandidaten sind altbekannte Wirkstoffe, aber auch neue Technologien kommen zum Einsatz. Die Forscher bauen dabei auf den Erkenntnissen zu SARS und MERS auf.
AutorDaniela Hüttemann
AutorSven Siebenand
Datum 06.02.2020  14:00 Uhr

Erster Impfstoff frühestens in einem Jahr

Auch das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) arbeitet an einem Impfstoff gegen das neue Coronavirus. Die Forscher nutzen ebenfalls eine Impfstoffplattform, die wie ein Baukastensystem für Viren und passende Antigene funktionieren soll. Basis ist ein abgeschwächtes Pockenvirus (MVA). »Man kann aber nicht erwarten, dass man bereits in der ersten Ausbruchphase eines neuen Virus einen Impfstoff zur Verfügung hat«, betont Professor Dr. Stephan Becker, Direktor des Marburger Instituts für Virologie. Mindestens ein Jahr dauere es, um zu testen, ob ein Impfstoff wirksam und sicher ist.

Nach Einschätzung vom Präsidenten des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Professor Dr. Klaus Cichutek, kommt jedweder Impfstoff nicht mehr rechtzeitig, um die aktuelle Pandemie einzudämmen. Das PEI selbst forsche an Vektorimpfstoffen gegen MERS- und Zikaviren auf Basis eines Masern-Impfvirus, berichtete Cichutek im Interview mit dem Berliner »Tagesspiegel«. Alle Impfstoffkonzepte hätten ihre Vor- und Nachteile. »Wir werden sehen, welche die besten und schnellsten sind«, so Cichutek. Einen konkreten Zeitpunkt, wann die ersten Phase-I-Studien starten könnten, konnte er noch nicht­ nennen.

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