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DiGA
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Apps auf Rezept für die Psyche – so funktioniert’s

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) können bei psychischen Erkrankungen die Wartezeit bis zum Therapieplatz überbrücken. Doch können sie noch mehr? Wie sind sie aufgebaut? Und wo liegen ihre Grenzen?
AutorKontaktdpa
Datum 24.02.2026  08:00 Uhr

Wie wirksam sind DiGA?

Die Wirksamkeit von DiGA liegt Maaß zufolge meist nur im kleinen bis mittleren Bereich. Für die Zulassung reiche eine einzelne Studie, die eine gewisse Wirksamkeit nachweist. Einige Anwendungen, etwa Angebote, die bei Depressionen unterstützen sollen, zeigen dem Experten zufolge gute Effekte – allerdings oft nur auf bestimmte Symptome.

Laut Sander ersetzen DiGA somit keine Psychotherapie. Sie können begleitend unterstützen und den Weg in eine Behandlung erleichtern. In den Anwendungen bekommen Nutzerinnen und Nutzer praktische Techniken für den Alltag gezeigt. So lassen sich unter Umständen längere Wartezeiten auf einen Therapieplatz überbrücken.

Ein weiteres Plus: Manche DiGA vermitteln laut Sander grundlegende Informationen zum psychotherapeutischen Versorgungssystem, etwa welche Aufgaben Psychiater und Psychotherapeuten haben, welche Angebote es gibt und wie man Zugang zu passenden Hilfen bekommt. Das kann gerade in Anfangsphasen einer psychischen Erkrankung hilfreich sein.

Wie ergänzen sich DiGA und Psychotherapie?

Studien zeigen laut Sander, dass die mögliche Symptomreduktion bei DiGA ähnlich hoch ist wie bei einer Psychotherapie, sofern die Betroffenen eine Präferenz für das Medium haben. Man muss mit den digitalen Anwendungen also auch grundsätzlich zurechtkommen.

Eine Psychotherapie bietet allerdings Effekte, die darüber hinausgehen: »Viele Menschen haben das Bedürfnis, verstanden und gehört zu werden, soziale Kontakte wieder besser pflegen zu können oder sich selbstwirksam zu spüren«, so Sander. Das gelingt im Austausch mit Therapeuten besser, weswegen DiGA auch nicht als Alternative zur klassischen Therapie gedacht sind. Sie funktionieren aber unter den richtigen Voraussetzungen als Ergänzung.

DiGA können die Intensität der Psychotherapie Sander zufolge erhöhen: Wer einmal pro Woche eine Sitzung vor Ort besucht, kann zwischen den Therapiestunden online weiterarbeiten. Das steigert in erster Linie die Effizienz, nicht unbedingt die Effektivität, aber ermöglicht mehr Inhalte ohne zusätzliche Sitzungen.

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