Auf dem diesjährigen Kongress des Weltapothekerverbands im kanadischen Montreal verabschiedeten die Delegierten zwei neue Grundsatzerklärungen zur Rolle von Apothekern. / © Getty Images/Andrei Antipov
Der Weltapothekerverband (FIP) hat zwei neue Grundsatzerklärungen veröffentlicht, mit denen er eine stärkere Einbindung von Apothekern in die Patientensicherheit und die Prävention von Substanzgebrauchsstörungen fordert. Nach Ansicht des Weltverbands wird das Fachwissen von Apothekern in diesen Bereichen bislang nicht ausreichend genutzt.
In einer aktualisierten Erklärung zur Patientensicherheit betont der FIP die Schlüsselrolle von Apothekern bei der Vermeidung von Medikationsfehlern und arzneimittelbedingten Schäden. Dazu gehörten unter anderem Arzneimittelabgleiche, die Betreuung von Patienten mit Polypharmazie, das Management von Hochrisikoarzneimitteln sowie die Schulung von Patienten im sicheren Umgang mit Medikamenten. Zudem verweist der FIP auf die Chancen digitaler Anwendungen wie E-Rezepte, klinische Entscheidungshilfen und künstliche Intelligenz, die die Arzneimittelsicherheit unterstützen könnten.
In einer zweiten Grundsatzerklärung spricht sich die Organisation für eine größere Rolle von Apothekern bei der Prävention von Substanzgebrauchsstörungen aus. Aufgrund ihrer guten Erreichbarkeit könnten sie Risiken frühzeitig erkennen, Betroffene beraten und den Zugang zu geeigneten Hilfsangeboten erleichtern. Der Verband befürwortet dabei einen präventionsorientierten und personenzentrierten Ansatz, der Behandlung, Überdosierungsprävention und evidenzbasierte Maßnahmen zur Schadensminderung einschließt.
Beide Erklärungen fordern Regierungen und Gesundheitssysteme auf, die Kompetenzen von Apothekern stärker zu nutzen, entsprechende Versorgungsmodelle auszubauen und eine nachhaltige Finanzierung pharmazeutischer Dienstleistungen sicherzustellen. Ziel sei es, vermeidbare Gesundheitsschäden zu reduzieren und die Versorgung von Patienten zu verbessern.