Nach Aussage der Hilfsorgansiationen wurden in der weitläufigen Ansiedlung zwei neue Wasserfiltersysteme installiert. Die Arbeiten fanden in enger Abstimmung mit den lokalen Behörden und der Weltgesundheitsorganisation WHO sowie unter tatkräftiger Mithilfe der Bevölkerung vor Ort statt. Damit haben die rund 4000 Bewohnerinnen und Bewohner erstmals Zugang zu sauberem Trinkwasser. Zusätzlich errichteten die Einsatzteams zwei Cholera-Behandlungsstationen, in denen die unbehandelt lebensgefährliche Krankheit mithilfe einer einfachen oralen Rehydrationslösung schnell und kostengünstig behandelt werden kann.
Die Einsatzkräfte von Arbeiter-Samariter-Bund und Apotheker ohne Grenzen schulten demnach im Anschluss Freiwillige aus den Gemeinden und Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden im Weiterbetrieb der Cholera-Station und der Wartung der Wasserfilter sowie in Hygiene- und Präventionsmaßnahmen. Parallel tragen die vor Ort angelaufenen Impfmaßnahmen der WHO dazu bei, das Infektionsgeschehen weiter unter Kontrolle zu bringen.
Die Gefahr von Extremwetterereignissen steigt weltweit aufgrund des Klimawandels – und damit auch das Risiko langanhaltender Choleraausbrüche. Daher entschied sich die Gemeinschaft deutscher Emergency Medical Teams (EMT) erst im vergangenen Jahr dazu, eine rasch einsatzfähige Cholera-Einheit aufzubauen. Ziel ist es, die örtliche Gesundheitsversorgung während eines Choleraausbruchs zu entlasten und durch frühzeitige Behandlung schwere Krankheitsverläufe zu vermeiden.
Dieses Konzept wurde laut der Pressemitteilung nun zum ersten Mal durch den ASB in Kooperation mit Apotheker ohne Grenzen in der Praxis erprobt. »Der Einsatz war ein äußerst effektives Pilotprojekt« sagt Arielle Kaim von der Universität Tel Aviv, die das Projekt aus wissenschaftlicher Perspektive begleitete. Die Expertin für Katastrophenmedizin zeigt sich »besonders beeindruckt, wie eine Pilotinitiative nur wenige Monate nach der Schulung des Teams so effektiv in einem realen Kontext umgesetzt wurde.«
Den finanziellen Aufwand von rund 50.000 Euro für das Projekt leistete der ASB aus Eigenmitteln der Aktion Deutschland Hilft, deren Mitglied die Organisation ist. Für die Weiterführung der Maßnahmen und zur nachhaltigen Verbesserung der Gesundheitssituation in Mosambik bitten der ASB und AoG indes weiterhin um Spenden. Denn auch wenn die Neuerkrankungen in der Provinz Tete langsam zurückgehen, hält der Cholera-Ausbruch in Mosambik nach wie vor an.