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Sachsen-Anhalt

Apotheker kritisieren unklare Gemengelage in der Pandemie

Ein logisches Strategie-Konzept muss her

Viele Apotheken hatten ihre Vorräte zu den zum Stichtag der Festlegung der Maskenpreise bekannten und also höheren Konditionen geordert, so der Kammerpräsident mit Verweis auf das damit verbundene wirtschaftliche Risiko. Ganz zu schweigen davon, dass auch die Organisations-, Abrechnungs- und Beratungskosten hätten angemessen honoriert werden müssen. »Der Preis war also begründbar«, so Münch.

Derzeit sorge das ungeordnete »Wenn« und »Dann« zu den Corona-Teststrategien für Verwirrung. Erste Laientests seien inzwischen zwar zugelassen und werden voraussichtlich zeitnah abgegeben. Praktisch alle Fragen zu Tests in oder aus Apotheken seien bisher jedoch noch offen. Täglich kämen auch hier neue unausgereifte Ideen auf den Tisch. Die Bundesvereinigung Deutscher Apotheker – ABDA, versuche in Gesprächen mit dem Ministerium Klärung herbeizuführen. Völlig unverständlich sei und bleibe, warum Ärzte für die gleiche Leistung mehr Honorar als Apotheker erhalten sollen.

Der Kammerpräsident unterstrich, dass der gezielte Einsatz der Tests bei gleichzeitiger Zulassung der notwendigen Lockerungen richtig ist. »Es sollte aber wenigstens hier ein logisches Strategie-Konzept geben, in das selbstverständlich auch Apotheken sinnvoll eingebunden sein können. Vor allem erwarten wir zumindest diesmal eine klare Kommunikation und Information der Bevölkerung durch die Regierung, was wann wo und wie möglich ist«, betonte er. Das gelte auch für zukünftige Impfstrategien, wobei er hier eine bundeseinheitliche Regelung absolut begrüße.

Unverständnis für Hilfegesuche der Apotheker

Unterstützung habe die Apothekerschaft nicht nur im bisherigen Verlauf der Coronavirus-Pandemie, sondern auch angesichts der Insolvenz des Abrechnungsdienstleisters AvP im letzten Quartal des vergangenen Jahres vermisst. »Wir haben einiges unternommen, um Politik und Medien zu sensibilisieren und zu informieren. Letztlich hat sich auch dieses für uns nicht in barer Münze ausgezahlt«, kritisierte er. 

Münch zeigte auf, dass der Kammervorstand, die Geschäftsführung und Vertreter des LAV Hintergrundgespräche mit Abgeordneten und Pressevertretern geführt haben – dieses auch angesichts der Tatsache, dass insbesondere letztere in einigen Kommentaren zunächst mit Unverständnis auf die Hilfegesuche der Apotheker reagiert haben. Schließlich habe sogar eine Videokonferenz mit dem Ministerpräsidenten, dem Wirtschafts- und Finanzminister und der Gesundheitsministerin stattgefunden, so sei ein allgemeiner »Rettungsschirm« für die betroffenen Apotheken dennoch abgelehnt worden.

»In Sachsen-Anhalt sind 92 Apotheken geschädigt, insgesamt beläuft sich die ausstehende Summe auf 10 Millionen Euro, also durchschnittlich circa 113.000 Euro pro Apotheke«, berichtete Münch. Noch sei es gelungen, Insolvenzen zu verhindern. Doch sei die Situation einiger Apotheken alles andere als rosig. »Trotz aller Enttäuschung: Wir bleiben dran, denn wir brauchen Regelungen, um solche Situationen für die Zukunft zu verhindern«, sagte er.

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