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Umfrage

Apotheker begrüßen Zugabe-Verbot

Die Mehrheit der Apotheker begrüßt das Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) aus dem Juni, wonach kostenlose Zugaben bei der Abgabe rezeptpflichtiger Medikamente verboten sind. Das geht aus der aktuellen Apokix-Umfrage des Instituts für Handelsforschung (IFH) Köln hervor.
Christina Müller
22.07.2019
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Taschentücher, Gummibärchen und Gesichtscreme – das die häufigsten kostenlosen Zugaben in der Apotheke. Laut IFH gaben 83 Prozent der befragten Apothekenleiter an, Taschentücher besonders häufig als kleine Aufmerksamkeit mitzugeben. Nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) ist das jedoch nur noch bei rezeptfreien Produkten erlaubt. Die Pharmazeuten freut das offenbar grundsätzlich: Zwei Drittel begrüßen den Umfrageergebnissen zufolge das Verbot kleiner Geschenke bei der Abgabe rezeptpflichtiger Arzneimittel. Nur rund 27 Prozent lehnen das Urteil ab.

Trotz mehrheitlicher Zustimmung zur Entscheidung der Karlsruher Richter fürchten die Apothekenleiter Wettbewerbsnachteile und Unverständnis auf Kundenseite. Etwa 90 Prozent von ihnen erwarten eine wachsende Konkurrenz für deutsche Apotheken durch den Versandhandel, da das europäische Ausland nicht von dem Verbot betroffen ist. Das scheint die Stimmung weiter zu drücken: Auch im Juli zeigen sich die Pharmazeuten nicht optimistischer als in den Vormonaten. Der Indexwert für die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage sank erneut und landet nun bei nur noch 75,9 Punkten – laut IFH der bisherige Jahrestiefpunkt. Der Wert liegt demnach ganze zehn Indexpunkte unter dem des Vorjahrs. Lediglich 16 Prozent der Befragten beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage positiv.

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