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Cannabis-Legalisierung
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Apotheker befürchten »heilberuflichen Konflikt«

Das Vorhaben der Bundesregierung, Erwachsenen den Kauf und Konsum von bis zu 30 Gramm Cannabis zu erlauben, ist sehr umstritten. Während die Pläne bei Apothekern und Ärzten auf Skepsis und Ablehnung stoßen, gehen sie der FDP nicht weit genug. Ob das Vorhaben umgesetzt werden kann, ist allerdings noch offen, da zunächst die EU grünes Licht geben muss.
AutorKontaktAnne Orth
Datum 27.10.2022  15:35 Uhr

Viele Fragen ungeklärt

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) befürwortet nach Angaben des Vorsitzenden Dirk Peglow grundsätzlich »eine Entkriminalisierung von Konsumentinnen und Konsumenten aller Betäubungsmittel«. Bei den Eckpunkten zur Cannabis-Legalisierung seien aber noch viele Fragen offen. »Wenn Kolleginnen und Kollegen zum Beispiel bei einer Kontrolle Cannabis finden, woher wissen sie, ob das legal gekauft wurde?«, fragte Peglow. Unklar sei auch, wie generell Jugendschutz garantiert werden könne. Illegale Händler würden sich zunehmend auf Jugendliche als Kunden konzentrieren, wenn Erwachsene legal kaufen könnten, warnte der BDK-Vorsitzende.

Noch nicht weit genug gehen die Pläne der sucht- und drogenpolitischen Sprecherin der FDP-Fraktion, Kristine Lütke. »Das Eckpunktepapier ist immer noch zu restriktiv, zu zögerlich und zu zurückhaltend«, kritisierte sie. Eine Besitzobergrenze sei »falsch, denn wir regulieren ja auch nicht, wie viel Wein und Bier jemand besitzen darf«. Stattdessen schlägt Lütke vor, eine Erwerbsmenge festzulegen, die pro Kauf und Kopf gelte. Alles andere seien »Bürokratiemoster«, die Polizei und Justiz weiter belasteten.

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