| Paulina Kamm |
| 17.04.2026 15:45 Uhr |
Stefan Hartmann und Tino Niggemeier beim KI-Pharmaday. / © PZ / Paulina Kamm
»KI wird dir nicht den Job wegnehmen, sondern die Person, die sie nutzt«, ist das Fazit, das der selbstständige Berater Niklas Volland, zog. Innerhalb von 25 Minuten demonstrierte er anschaulich, wie er mit verschiedenen KI-Anwendungen ein hypothetisches Pharma-Unternehmen gründet. »Die Technologie ist eigentlich tatsächlich nie das Problem, dafür findet man immer Lösungen. Die größte Herausforderung ist der Mensch«, so Volland.
Den Vorbehalten der KI-Verweigernden könne man nur durch Transparenz und Kommunikation begegnen. Insbesondere in Unternehmen brauche es eine klare Strategie für die Transformation. Der Mut zum Ausprobieren und Fehlermachen ist laut Volland Grundvoraussetzung.
Develop Manager Marius Streicher von Xeomed hat nach eigener Aussage wenig IT- und Programmiererfahrung. Dennoch zeigte er innerhalb von zehn Minuten, wie man mit Hilfe der KI »Lovable« den Prototypen für eine Website baut. Dafür brauche es nur drei Dinge: Ein Ziel, eine Vorstellung, wie die Website aussehen soll und die »Sektionsarchitektur«, womit die Inhalte gemeint sind. »In der Vergangenheit, wenn wir mehrere Monate an einer Website saßen, war sie bereits veraltet, wenn sie aufgerufen wurde«, sagt Streicher.
Sven Jungmann, Arzt und Unternehmer, sieht in der KI die Möglichkeit für ein neues Verhältnis zwischen Gesundheitspersonal und Patientinnen oder Patienten. Es befähige die zu Versorgenden bis zu dem Punkt, dass das ärztliche Personal die Zweitmeinung zur Ergänzung von ChatGPT stelle, so Jungmann. Das Wissen des Personals an sich, so prognostiziert der Digital-Health-Experte, spiele in Zukunft keine so entscheidende Rolle mehr, sondern mehr die Beratungsfunktion. »Ich glaube, wenn wir an anderen Stellen Zeit gewinnen können, und uns mehr fokussieren können, dann haben wir die Versorgung deutlich verbessert«, so Jungmann.
Inga Bergen sieht in der KI die Möglichkeit, Ressourcen im Gesundheitswesen zu sparen – personell, finanziell und zeitlich. »Der Point of Care wird ein Ort des Trust Engineering – des Bauens von Vertrauen und der Übersetzung. Die KI kann die Daten, die Analyse, die Muster. Der Mensch muss das Vertrauen schaffen«, so Bergen.
Speziell für Apotheken stellt Christopher Günter unter dem Motto »Apothekenalltag wegprompten« die Heilmittelwerbegesetz-konforme KI »Offizin.ai« vor. »KI-natives Denken bedeutet nicht den schnellsten Output zu generieren, sondern eher das beste Projekt auf Basis des gesamten Potenzials seiner KI umzusetzen«, so Günter.