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Comirnaty-Bestellungen 

Apotheken sollen Zweitimpfungen Priorität einräumen 

Knapp sechs Wochen nach dem Einstieg der Ärzte in die Impfkampagne werden die Praxen im Mai erstmals Zweitimpfungen übernehmen. Für die Bestellung der dafür benötigten Dosen haben Ärzte, Apotheker und Großhändler gemeinsam ein Konzept aufgesetzt. Praxen sollen demnach zwei getrennte Rezepte je nach Art der Impfung ausstellen.
Stephanie Schersch
30.04.2021  11:15 Uhr

Im Mai kommt nun eine neue Herausforderung im Bestellprozedere hinzu. So werden die Praxen sechs Wochen nach Ostern erstmals Zweitimpfungen mit Comirnaty® (Biontech/Pfizer) vornehmen. Gemeinsam haben ABDA, Kassenärztliche Bundesvereingung und der Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels dafür neue Regeln aufgestellte und in einer Art Leitfaden zusammengefasst. Praxen sollen die Impfstoffe für Erst- und Zweitimpfungen demnach möglichst über getrennten Rezepte bestellen. In jedem Fall müssen die Ärzte deutlich machen, welche Dosen für welche Art von Impfung zum Einsatz kommen sollen. Hintergrund sind die immer noch recht knappen Mengen Comirnaty. Mit der Kennzeichnung der Aufträge soll sichergestellt sein, dass Bestellungen für Zweitimpfungen Priorität bekommen. Sollten Impfstoffe fehlen, würden zunächst die Aufträge für die erste Immunisierung gekürzt. So möchte man garantieren, dass Zweitimpfungen mit Comirnaty wie empfohlen sechs Wochen nach der ersten Dosis stattfinden können.

Obergrenze gilt auch für Zweitimpfungen

Darüber hinaus sollen die Ärzte die Dosen für Zweitimpfungen immer so bestellen, dass sie zur Größe der Vials passen. Aus einem Fläschchen Comirnaty können die Ärzte derzeit sechs Dosen ziehen. Die bestellte Menge sollte daher immer durch sechs teilbar sein, »damit in der Apotheke nicht gerundet werden muss und im Zweifel zu wenig Dosen für die Zweitimpfung geliefert werden«, heißt es in einem Rundschreiben des Deutschen Apothekerverbands (DAV).

Vakzine für Zweitimpfungen können die Ärzte erstmals am kommenden Dienstag bestellen. Diese Dosen sollen dann in Kalenderwoche 19 (10. Bis 16. Mai) ausgeliefert und in den Praxen zum Einsatz kommen. Bislang allerdings ist noch offen, wie viel Comirnaty für KW 19 insgesamt zu Verfügung steht. Wie in den Vorwochen auch wird davon abhängen, wie viele Dosen jede Praxis maximal ordern kann. Diese Obergrenze gilt dann für die Dosen der Erst- und Zweitimpfungen zugleich. »Nach Abzug der benötigten Dosen für die Zweitimpfung können die Ärzte noch so viele Dosen für die Erstimpfungen bestellen, bis die Obergrenze erreicht ist«, heißt es beim DAV.

Auch technisch soll die Unterscheidung zwischen den Dosen für Erst- und Zweitimpfungen deutlich sein. Zwar bestellen Apotheken die von den Praxen angeforderte Gesamtmenge Comirnaty (Erst- und Zeitimpfung) nach wie vor in Vials über die bekannte PZN 17377588 COMIRNATY BIONTECH BUND. Zugleich allerdings wird am Mai eine weitere PZN eingeführt (PZN 17436138 COMIRNATY BIONTECH BUND II), die all jene Vials noch einmal gesondert auflistet, die für Zweitimpfungen geplant sind. »Die neue Sonder-PZN ist keine eigenständige Artikelnummer, sondern dient ausschließlich als Indikator dafür, wie viele der bestellten Vials für die Zweitimpfungen verwendet werden sollen«, so der DAV. Diesen Vakzinen sollen Großhandel und Apotheken absolute Priorität einräumen.

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