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Schutzausrüstung

Apotheken in der zweiten Reihe?

In dieser Woche war Kritik laut geworden, Apotheken würde während der Coronavirus-Pandemie bei der Schutzausrüstung nicht ausreichend bedacht. Die Apothekenschaft werde »allzu gern übersehen«, bemängelte etwa der Präsident der Landesapothekerkammer Brandenburg, Jens Dobbert. Dabei leisteten die Apotheker mit ihren Mitarbeitern herausragende Arbeit. Der Sprecher der Kammer, Marcel Uhr, ergänzte, es sollte nicht nur an die Ärzte gedacht werden. »Spätestens, wenn der Arzt ein Rezept ausgestellt hat, geht es zur Apotheke und da fehlt dann der nötige Schutz.« Mitunter müssten sich Mitarbeiter notdürftig behelfen. Auf PZ-Nachfrage hatte Uhr gesagt, der Kammer fehle die Berechtigung, selbst Schutzausrüstung für die Apotheken zu bestellen. Ein Appell, die Apotheken bei der Verteilung von Schutzausrüstung nicht zu vernachlässigen, war auch vom Landesapothekerverband Baden-Württemberg gekommen.

Unterdessen sieht Spahn offenbar Erfolge in Sachen knapper Desinfektionsmittel. Schrittweise sei eine deutliche Entlastung möglich, sagte er am Freitag in Thüringen. Die zuständigen Ministerien hätten durch eine Reihe von Ausnahmegenehmigungen ermöglicht, »dass auch Ausgangsprodukte für die Herstellung von Desinfektionsmitteln genutzt werden können, die sonst nicht genutzt werden konnten, etwa Alkohol von Spirituosenherstellern«. Gleiches gelte für Bioethanol aus der Kraftstoff- und der chemischen Industrie. Die Kunst bestehe darin, »aus einem Tanklastzug Ethanol einen 5-Liter-Behälter für das Pflegeheim oder die Arztpraxis zu machen«. Dafür gebe es im Moment noch keinen klassischen Weg, so Spahn.

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