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Vertreterversammlung

Apobank will sich neu definieren

Neben dem klassischen Bankgeschäft plant die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) den Ausbau ihrer Non-Banking-Angebote.  Damit will das Geldhaus sich für die Zukunft rüsten und neue Geschäftsfelder erschließen. 
Caroline Wendt
01.07.2019
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Ulrich Sommer, Vorstandsvorsitzender der Apobank, zeigte sich bei der 60. Vertreterversammlung in Düsseldorf zufrieden: Die Bank konnte mit einem stabilen Jahresüberschuss von  63 Millionen Euro (2017: 61,9 Millionen Euro) ein »ordentliches Ergebnis« vorweisen. Und auch für das Jahr 2019 rechnet das Geldhaus mit einem Jahresüberschuss auf Vorjahresniveau. Daher schloss sich die Vertreterversammlung am 28. Juni 2019 dem Vorschlag des Vorstands und des Aufsichtsrats an, und stimmte für eine Dividende von vier Prozent.

Das klassische Bankgeschäft, mit den drei Säulen Existenzgründung, Firmenkundengeschäft sowie der Vermögens-und Vorsorgeberatung, soll gestärkt und weiter ausgebaut werden, so Sommer. Doch die Bankenbranche befinde sich in einem enormen Veränderungsprozess. Daher betone der Vorstandsvorsitzende: »Wer morgen noch da sein will, muss heute neu definieren«. Um dem wandelnden Markt gerecht zu werden, will die Bank künftig auch Dienstleistungen und Produkte jenseits des Bankgeschäfts anbieten und so einen Mehrwert für ihre Kunden generieren. »Apotheker und Ärzte haben nicht jahrelang studiert, um sich dann mit den administrativen Tätigkeiten auseinanderzusetzten« erläuterte Sommer.

Hilfestellung bei der Digitalisierung

Hier kommt nach seiner Meinung die Apobank ins Spiel, beispielsweise mit Hilfestellungen zur Digitalisierung von Apotheken und Praxen. Aber auch bei der Existenzgründung will die Apobank ihren Kunden zur Seite stehen. »Gemeinsam mit der Zahnärztlichen Abrechnungsstelle haben wir die GmbH ›Zahnarztpraxis der Zukunft‹ gegründet.« Dieses Model ermögliche den Dentisten das Mieten von schlüsselfertigen Zahnarztpraxen.

Ein weiteres neues Programm ist die Tochtergesellschaft naontek AG. Das erste Projekt der Gesellschaft ist die Online-Plattform univiva. »Die Plattform soll sich zu einem unabhängigen Vermittler von allen relevanten Produkten und Dienstleistungen für Heilberufler entwickeln«, erläuterte der Vorstandsvorsitzende. Am 1. Juli startet die Plattform mit ihrem ersten Angebot: der Vermittlung von Fort- und Weiterbildungen.

Doch auch im klassischen Bankengeschäft will sich das Geldhaus für die Zukunft rüsten: Bei einer Abstimmung sicherten sich Vorstand und Aufsichtsrat die Zustimmung der Mitglieder, zukünftig spezielle Schuldverschreibungen zur Aufnahme zusätzlichen Kernkapitals, sogenannte Additional-Tier-One-Anleihen, bis zu einem Gesamtvolumen von 300 Millionen Euro vornehmen zu können.

Ein weiterer Punkt auf der Agenda der Vertreterversammlung waren Wahlen zum Aufsichtsrat der Apobank. Für die Apotheker wurde Friedemann Schmidt einstimmig für weitere vier Jahre in das Gremium gewählt. Thorsten Hemke erhielt erneut das Mandat für die Ärzteschaft und Karl-Georg Pochhammer für die Zahnärzteschaft.

In der unmittelbar nach der Veranstaltung stattfindenden konstituierenden Sitzung wählte der Aufsichtsrat Professor Frank Ulrich Montgomery erneut zu seinem Vorsitz.

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